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Steuertipp Erhöht der Altersentlastungsbetrag den verrechenbaren Verlust?

Hatten Sie 2018 finanzielle Verluste, können diese auf verschiedene Weisen beim Finanzamt verrechntet weden. Probleme kann es hier geben, wenn ein Altersentlastungsbetrag im Spiel ist.

Hatten Sie 2018 verschiedene Einkünfte – positiv und negativ – und bleibt unter dem Strich ein Verlust stehen, kann dieser Verlust entweder ins Vorjahr zurückgetragen und dort mit positiven Einkünften steuersparend verrechnet werden oder das Finanzamt stellt den Verlust in einem Extra-Steuerbescheid fest und Sie dürfen diesen Verlust mit Einkünften späterer Jahre verrechnen. Probleme kann es hier geben, wenn ein Altersentlastungsbetrag im Spiel ist.

Denn weist der Einkommensteuerbescheid beispielsweise nach Saldierung der positiven und negativen Einkünfte einen Verlust von 15.000 Euro auf (z.B. bei kostspieliger Renovierung einer vermieteten Immobilie), kann es passieren, dass der festgestellte Verlust im Verlustfeststellungsbescheid um ein paar tausend Euro niedriger ausfällt, beispielsweise mit 11.800 Euro. Der Grund dafür sind Altersentlastungsbeträge, die das Finanzamt bei Steuerzahlern, die vor dem betreffenden Steuerjahr oder früher ihren 64. Geburtstag gefeiert haben, abzieht. Diesen Altersentlastungsbetrag lässt das Finanzamt bei Ermittlung des verrechenbaren Verlusts außen vor.

Steuertipp: Zu Unrecht, wie aktuell das Finanzgericht Köln mit Urteil vom 12.12.2018 (Az. 10 K 1730/17) entschieden hat. Der Verlust laut Einkommensteuerbescheid muss eins zu eins auch im Verlustfeststellungsbescheid stehen. Ist das nicht der Fall, müssen Sie Einspruch gegen den Verlustfeststellungsbescheid einlegen und abwarten, wie der Bundesfinanzhof diese Thematik im dazu laufenden Revisionsverfahren sieht (BFH, Az. IX R 3/19). dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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