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Erbschaftsteuer

Was künftig bei der Erbschaftsteuer gilt, bleibt weiter im Unklaren. Eine Arbeitsgruppe – eingesetzt vom Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern – soll die Uneinigkeiten nun klären. So gelten momentan die alten Regeln weiter.

Für wen gilt die Erbschaftsteuer?

Erbschaften sind steuerpflichtig. Das Finanzamt ermittelt den Wert des geerbten Vermögens und zieht davon den persönlichen Freibetrag ab, der dem Erben je nach Verhältnis zu dem Verstorbenen zusteht. Bleibt nach Abzug des Freibetrags noch ein Vermögenswert übrig, ist dieser zu versteuern.

Wer Vermögen – egal ob Geldvermögen, Immobilien oder einen Betrieb – erbt, muss beim Finanzamt eine Erbschaftsteuererklärung einreichen und detailliert angeben, welchen Wert das jeweils geerbte Vermögen hat. Je nach Art des geerbten Vermögens gibt es verschiedene Bewertungsmethoden und Verschonungsregelungen.

Besondere Verschonungsregelungen gibt es für geerbte Betriebe. Wird der Betrieb praktisch unverändert zwischen fünf und sieben Jahren fortgeführt, wir Betriebsvermögen zwischen 85 Prozent und 100 Prozent von der Erbschaftsteuer verschont.

Doch genau diese Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen stehen nun im Fokus der politischen Debatte. Bis zum Inkrafttreten eines neuen Erbschaftsteuergesetzes gelten die alten Verschonungsregeln weiter.

Was sehen die Verschonungsregeln bei der Erbschaftsteuer vor?

Hier gibt es zum einen die Regelverschonung. Bei dieser Variante bleiben 85 Prozent des Werts des übertragenen Betriebs bei der Erbschaftsteuer/Schenkungssteuer unberücksichtigt. Diese 85 Prozent Vermögenswerte gehen allerdings nur steuerfrei über, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Das Verwaltungsvermögen (= Vermögen, dass für die Fortführung des Betriebs nicht existenziell notwendig ist) muss weniger als 50 Prozent betragen. Verwaltungsvermögen ist zum Beispiel ein Grundstück im Handwerksbetrieb, das nicht betrieblich genutzt wird.
  • Der Betrieb muss fünf Jahre lang fortgeführt werden.
  • Nach der Lohnsummenregelung darf die im übertragenen Unternehmen insgesamt in den letzten fünf Jahren durchschnittlich gezahlte Lohnsumme innerhalb von fünf Jahren nach dem Erwerb 400 Prozent der Ausgangslohnsumme nicht unterschreiten.

Welche Freibeträge gelten bei der Erbschaftsteuer?

Vom Wert des geerbten Vermögens darf der Erbe einen persönlichen Freibetrag abziehen. Die Höhe des Freibetrags hängt vom Verwandtschaftsgrad bzw. von der Beziehung zum Verstorbenen ab. Ein Ehegatte kann beispielsweise von seinem verstorbenen Partner Vermögen im Wert von 500.000 Euro erben, ohne dafür etwas ans Finanzamt abgeben zu müssen. Ein Kind kann von jedem Elternteil 400.000 Euro erben, ohne dass das Finanzamt Erbschaftsteuer festsetzen kann.

Von den zu versteuernden 15 Prozent Betriebsvermögen darf der Erbe/Beschenkte noch einen Freibetrag von bis zu 150.000 Euro abziehen. Übersteigt der 15-prozentige Wert des Betriebsvermögens, mindert sich der Freibetrag.

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