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Entspannen wie die Römer

Nach einem Tag auf der Piste ist die Therme der ideale Ort, um sich wieder aufzuwärmen.

Entspannen wie die Römer
Außergewöhnliche Kulisse – in Bad Blumau hat Friedensreich Hundertwasser eine Therme mitgestaltet. -

Draußen ist es kalt. Das Wasser in der Therme dampft. Den Luxus warmer Thermen wussten schon die alten Römer zu schätzen. Etwa um das Jahr 25 v. Chr. erbaute der römische Feldherr Agrippa die erste große Badeanlage. Bald darauf besaß jede römische Stadt ein Badehaus und die Kaiser bauten immer weiter. Zu den größten Thermen, die jemals errichtet wurden, zählen die von Kaiser Caracalla. Auf einer Fläche von 140.000 Qua­dratmetern sollen 1.500 Menschen gegessen, gefeiert und gebadet haben.

150 Palmen und 26 Rutschen

Die Tradition der römischen Badekultur wird auch heute in den zahlreichen Thermen in Deutschland und Österreich fortgesetzt.

In Erding bei München befindet sich die größte Therme Europas. Bei Bohrungen im Jahr 1982 wurde warmes, schwefelhaltiges Wasser entdeckt. Im Jahr 1998 fiel dann der erste Spatenstich. Das Interesse der Anwohner war von Beginn an groß. Sie pilgerten ununterbrochen zur Baustelle. Die Betreiber boten daraufhin sogar Führungen übers Gelände an.

Seit der Eröffnung haben sieben Millionen Menschen die Anlage mit ihren 5.000 Schließfächern, 1.600 Liegen, 150 Großpalmen und 26 Rutschen getestet. Unter den täglich rund 4.000 bis 5.000 Gästen versteckt sich auch der eine oder andere Prominente. Roberto Blanco, Jenny Elvers und die Chippendales saßen dort schon im Whirlpool.

Farbenfrohe Architektur

Rund fünf Stunden entfernt, über die österreichische Grenze hinweg, befindet sich die Therme Rogner Bad Blumau. Im Stile des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser erbaut, ist sie seit 1997 ein beliebter Erholungsort.

Auffällig ist die besondere Architektur: Organische Formen und bunte, fröhliche Farben schmücken das Bad. Auch hier stieß man nur zufällig, bei der Suche nach Erdöl und Erdgas, auf das Mineralwasser. Die Vulkania-Heilquelle ist die stärkste Heilquelle in der Steiermark und wird seit 2001 auch in der eigenen Geothermieanlage verwendet. Im Gegensatz zu Römerthermen kann sich das Bad dank des 107 Grad Celsius heißen Wassers selbst mit Strom versorgen. In der Antike wurden die Badehäuser noch mit Bodenheizungen erwärmt. Heiße Luft strömte durch Hohlräume unter dem Fußboden.

Heilbäder und Kurorte

  • Wodurch zeichnen sich Heilbäder und Kurorte aus?
    Heilbäder und Kurorte sind Städte oder Gemeinden, die natürliche Heilmittel im Boden, Wasser oder Klima besitzen oder die Voraussetzungen für die Therapie nach Kneipp erfüllen. Die gesetzlichen Bestimmungen werden vom jeweiligen Bundesland festgelegt.
  • Wie viele Heilbäder und Kurorte gibt es?
    Der Deutsche Heilbäderverband hat 253 Mitglieder. Darunter befinden sich 20 Arten von Heilbädern und Kurorten. Die häufigsten:
    Heilklimatischer Kurort: 67,
    Seebad: 56,
    Mineralheilbad: 50,
    Moorheilbad: 46,
    Kneippkurort: 45,
    Seeheilbad: 43,
    Thermalheilbad: 35 (inkl. Thermal-Mineralheilbad und Thermalsoleheilbad)
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