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EU-Effizienzrichtlinie für Raumheizgeräte Heizungen: Energielabel seit 26. September Pflicht

Für Heizgeräte und Warmwasserbereiter gilt seit September ein Energielabel. Besonders wichtig für das SHK-Handwerk sind die Pflichten bei Verbundanlagen. Ab 2016 soll es nun auch für alte Heizkessel ein Energielabel geben.

Von Waschmaschinen und Kühlschränken ist der bunte Aufkleber mit Buchstaben und Balken längst bekannt. Die Rede ist vom Energieeffizienzlabel, mit dem die Europäische Union Energiestandards für elektronische Geräte einführt. Die Labels sollen dazu beitragen, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren.

Ab dem 26. September 2015 ist das Energielabel nach einer Übergangsphase auch für Raumheizgeräte, Kombiheizgeräte, Warmwasserbereiter und Verbundanlagen vorgeschrieben. Darüber informiert der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Es gilt jedoch nur für Geräte, die ab dem 26. September 2015 neu in den Verkehr gebracht werden. Im Handel noch lagernde Neugeräte dürfen abverkauft werden.

Bereits installierte Altgeräte genießen einen Bestandschutz. Damit ist bei defekten Geräten weiterhin eine handwerkliche Reparatur möglich, auch wenn die Heizung nicht die neuen Standards der EU-Energieeffizienzrichtlinie erfüllt. Auch für Altgeräte (Alter mindestens 15 Jahre) wird es ab Januar 2016 ein Effizienzlabel geben,, mit dem SHK-Handwerker ihren Kunden die Energieeffizienzunterschiede zu Neugeräten veranschaulichen können.

Im Gegensatz zu den Energielabeln bei anderen elektrischen Geräten bedeutet eine hohe Energieeffizienzklasse jedoch nicht, dass die Heizung für den Verbraucher zwangsläufig geringe Betriebskosten verursacht.

"Anders als bei der Weißen Ware ist das Heizungslabel weder selbsterklärend, noch kann der Kunde seine Kaufentscheidung ohne weitere tiefgehende Beratung auf die Labelinformation stützen. Dazu ist und bleibt das Thema Heizung zu komplex. Hier ist die Beratungsleistung des Handwerks gefragt", heißt es vom ZVSHK.

Vorsicht bei Verbundanlagen

Und auf das Handwerk kommt noch eine weitere Herausforderung zu. Bei Verbundanlagen, die aus mehreren Komponenten verschiedener Hersteller bestehen, gibt es kein vorgefertigtes Label, sondern die Energieeffizienz muss abhängig von den verbauten Komponenten berechnet werden. Die Erstellung eines Labels bei der Angebotserstellung gehört zu den Informationspflichten des Handwerkers gegenüber dem Kunden, dessen Missachtung ein Bußgeld nach sich ziehen kann.

SHK-Handwerker, die ihrem Kunden nicht das Komplettangebot eines Herstellers mit schon ausgewiesener Energieeffizienz der Verbundanlage anbieten wollen, stehen damit auf den ersten Blick vor einem erheblichen Mehraufwand.

Jedoch sollte der Aufwand in der Praxis überschaubar bleiben. Zumindest dann, wenn der Handwerker mit einer gängigen kaufmännischen Angebotssoftware arbeitet. Der Spitzenverband der Gebäudetechnik (VdZ) hat gemeinsam mit Energieverbänden eine zentrale Produktdatenbank aufgebaut, in der die Hersteller Daten zu ihren Geräten einbinden können. Damit lässt sich praktisch auf Knopfdruck das Energielabel von Verbundanlagen erstellen.

Damit möglichst viele Handwerker die Datenbank nutzen können, arbeitet der VdZ mit dem Bundesverband Bausoftware (BVBS) zusammen, in dem viele Softwareanbieter vereint sind. "Etwa 90 Prozent des Handwerks nutzen eine kaufmännische Software, die auf unsere Datenbank zugreifen wird", sagt Michael Herma, Geschäftsführer des VdZ.

Die Einbindung der Datenbank erfolgt dabei automatisch im Hintergrund der Software, ohne dass sich der Handwerker darum kümmern muss. Als Serviceleistung werden die meisten Softwareanbieter ihren Kunden aus dem Handwerk den Zusatzdienst kostenlos zur Verfügung stellen. "Eine Verpflichtung dazu gibt es jedoch nicht", betont Herma. Damit bleibt den meisten Handwerkern ein groß er Mehraufwand durch die Erstellung des Labels erspart. "Letztendlich müssen für den Kunden in dem Fall nur zwei Seiten mehr ausgedruckt werden als bisher", so Herma.

Manfred Stather, Präsident des ZVSHK, applelliert an die Hersteller: "Tragen Sie dafür Sorge, dass die aktuellen Daten Ihrer Produkte in der Datenplattform hinterlegt sind, damit unsere Mitgliedsbetriebe ihre Angebote entsprechend einfach erstellen können. Nur so werden wir gemeinsam das Heizungs-Label erfolgreich umsetzen, nur so wird das SHK-Handwerk das Label als verkaufsunterstützendes Beratungstool am Point of Sale nützen können."

Datenbank im Internet

Alternativ können Handwerker ohne unterstützte kaufmännische Software das Angebot auch manuell über die Webseite heizungslabel.de nutzen. Damit kann auch mobil vom Smartphone oder Tablet-PC auf die Daten der Hersteller zugegriffen werden. Wer Verbundanlagen von nur einem Hersteller nutzt, kann zudem entsprechende Datenbanken auf den Anbieter-Webseiten nutzen.

Zeitplan für das Energielabel

  • Bei Raumheizgeräten gelten ab dem 26. September 2015 die Energieeffizienzklassen A++ bis G für das Produktlabel. Vier Jahre später, ab dem 26. September 2019, wird das Label auf die Energieeffizienzklassen A+++ bis D beschränkt. Geräte mit schlechterer Energieeffizienz dürfen dann nicht mehr neu in den Verkehr gebracht werden.
  • Bei Warmwasserbereitern gelten ab dem 26. September 2015 die Energieeffizienzklassen A bis G für Neugeräte. Vier Jahre danach wird das Label auf die Klassen A+ bis F beschränkt.
  • Bei Verbundanlagen gelten ab dem 26. September 2015 die Energieeffizienzklassen A+++ bis G.
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