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Passive House Award 2014 Energieeffizienz und Ästhetik schließen sich nicht aus

Energieeffizientes Bauen ist nicht nur wirtschaftlich, sondern zugleich eine Bereicherung für die Architektur. Bester Beweis dafür sind die Gebäude, die zum Auftakt der Internationalen Passivhaustagung in Aachen mit dem Passive House Award 2014 ausgezeichnet wurden.

Insgesamt hatten sich mehr als hundert Architekten mit ihren Projekten für den Passive House Award 2014 beworben. Unter den 21 Finalisten wurden jetzt in sechs Kategorien die Sieger gekürt.

In der Kategorie „Mehrfamilienhäuser“ gewann ein Nullemissionshaus in Berlin, das nicht nur durch seine energetischen Eigenschaften überzeugte, sondern auch durch seine abwechslungsreich gestaltete Fassade. Die sorgfältig ausgearbeiteten Details an den Balkonen und Verschattungen würdigte die Jury ebenfalls.

Als bestes „Sanierungsprojekt“ wurde das New Yorker „Tighthouse“ ausgewählt. In dem 114 Jahre alten Reihenhaus im Stadtteil Brooklyn sei in vorbildlicher Weise unter Beibehaltung des ursprünglichen Charakters moderner Wohnraum geschaffen worden, so die Jury.

Passive House Award 2014

Als beste „Weiterbildungseinrichtung“ wurde ein Gebäude der deutschen Architektur-Werkstatt Vallentin im südkoreanischen Goesan ausgewählt. Das sich inmitten von Wäldern und Bergen gelegene Gebäude füge sich nicht nur sehr gut in die umgebende Landschaft ein, sondern trage sogar dazu bei, diese aufzuwerten.

Passivhaus als Standard für ganze Baugebiete

In der Kategorie „Regionen“ ging der Award an das Umweltamt in Heidelberg, das mit einer weitsichtigen Energieplanung für den neuen Stadtteil Bahnstadt gezeigt habe, wie das Passivhaus auch für umfassende Bauvorhaben zum Standard werden kann.

Gewinner in der Kategorie „Sonderbauten/Bürogebäude“ ist das Kunstmuseum in Ravensburg. Bemerkenswert sei hier etwa die Einbindung in das historische Stadtensemble durch die Ziegelfassade.

In der Kategorie „Einfamilienhaus“ wurden gleich zwei erste Plätze vergeben: Zum einen an ein Projekt in Philadelphia, das in einem dicht besiedelten Stadtteil mit einer praktischen Raumanordnung überzeugte. Zum anderen ein Ensemble im finnischen Espoo, bei dem kompakte Hauskerne von intelligent gestalteten Hüllen umgeben werden.

Klimaschutz nebenbei

„Am Beispiel der Preisträger wird deutlich, dass auf der ganzen Welt gestalterisch herausragende Projekte im Passivhaus-Standard entstehen“, sagt Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Energieeffizientes Bauen und Sanieren setze vielfach sehr positive ästhetische Akzente – und sei praktisch nebenbei auch noch gut für den Klimaschutz.

Die Gewinner des Passive House Awards 2014 erhalten ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro.

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