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Neuer Vorstoß von Bundesbauminister Seehofer Energetische Gebäudesanierung: Handwerk pocht auf Steuerbonus

Bundesbauminister Seehofer bringt die Förderung für die energetische Gebäudesanierung wieder auf die politische Agenda – zur Freude des Handwerks. Der ZDH fordert steuerliche Anreize.

Das Handwerk befürwortet Pläne zur Förderung von Gebäudesanierungen. "Wir begrüßen das Vorhaben von Bundesbauminister Horst Seehofer, die steuerliche Absetzbarkeit der energetischen Gebäudesanierung wieder auf die Agenda zu setzen", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer mit Blick auf die Vorschläge des CSU-Politikers im Klimakabinett. "In der energetischen Gebäudesanierung liegt in Deutschland die größte Ressource, die wir heben können, um Energie einzusparen", fügte er hinzu. Er hoffe, dass der Vorstoß nun im dritten Anlauf klappe und auch die Länder mitmachten.

Beim jüngsten Zusammentreffen des "Klimakabinetts" hatte Seehofer Vorschläge zur Einsparung von Kohlendioxid vorgelegt. "Der Austausch alter Heizungen, Fassaden und Dachstühle könnte den CO 2 -Ausstoß bei Altgebäuden spürbar verringern", sagte er. Wer hier investiere, sollte steuerlich entlastet werden. Für den Staat rechne er mit Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro im Jahr.

Handwerk pocht auf Steuerbonus

Auf stärkere Anreize pocht das Handwerk schon lange: "Eine Sanierungsquote von derzeit weniger als zwei Prozent ist deutlich zu wenig", sagte Wollseifer mit Blick auf die Klimaschutz- und CO2-Reduktionsziele. "Für mehr Klimaschutz brauchen wir eine Sanierungsquote von vier bis sechs Prozent oder noch mehr", mahnte er.

Nach Ansicht Wollseifers wären die dafür eingesetzten Steuermittel eine Anschubfinanzierung, die schon bald wieder eingespielt würde. Denn mehr Aufträge für Handwerker hätten auch höhere Einnahmen bei der Lohn-, Körperschaft- und Mehrwertsteuer zur Folge. Derzeit seien die Auftragsbücher zwar voll, gibt er zu bedenken. Doch in die Zukunft gedacht, würde die steuerliche Förderung nicht nur maßgeblich zu einer vernünftigen Klimapolitik beitragen, sondern auch die derzeit gute Auftragslage im Bau- und Ausbauhandwerk verstetigen.

Seehofer bezeichnete die energetische Gebäudesanierung nur als ein Beispiel für die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen der Regierung. "Für uns ist wichtig, dass das Gesamtkonzept technologieoffen ist und Anreize für Innovationen enthält." Am Ende müsse Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zeigen, wie ernst er es mit dem Klimaschutz meine. Denn er müsse die notwendigen finanziellen Mittel zur Umsetzung der Maßnahmen zur Verfügung stellen. Es werde ein "wirksames, kluges und solide finanziertes Gesamtkonzept geben", hieß es derweil aus dem Finanzministerium.

CO2 einsparen: Grundsatzentscheidung im September

Nachholbedarf bei CO 2 -Einsparungen gibt es auch im Verkehrssektor. Mehr als 50 Vorschläge hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Klimakabinett präsentiert. Gefördert werden sollen etwa alternative Kraftstoffe, der öffentliche Nahverkehr und der Bahnverkehr. Außerdem soll die staatliche Prämie beim Kauf von Elektrofahrzeugen

erhöht werden. Für kleine Fahrzeuge soll es 4.000 Euro, für Elektro-Lieferfahrzeuge bis zu 8.000 Euro geben. Derzeit gibt es für 4.000 Euro für alle elektrisch betriebenen Fahrzeuge und 3.000 Euro für Plug-in-Fahrzeuge. Diese Förderung, die bis Ende Juni befristet war, soll in jedem Fall bis Ende 2020 weiterlaufen, teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit.

Insgesamt soll nach den Plänen der Bundesregierung so Jahr für Jahr mehr Kohlendioxid eingespart werden. In der nächsten Sitzung will sich das Kabinett Mitte Juli will mit der Frage beschäftigen, wie der Ausstoß von Kohlendioxid bepreist werden kann. Im September will die Bundesregierung die Grundsatzentscheidung über die Gesetze und Maßnahmen treffen, hieß es weiter. Verabschiedet werden sollen sie bis Ende des Jahres.

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