Recht + Steuern -

Steuer aktuell Elektronische Steuererklärung: Was tun ohne PC und ohne Internet?

Sofern ein Steuerzahler Gewinneinkünfte erzielt, muss er diese nach § 25 Abs. 4 EStG als elektronische Erklärungen übermitteln – und das gilt auch für geringe nebenberufliche Einkünfte. Für Ausnahmen gelten jedoch für diejenigen, die über keinen PC und keinen Internetzugang verfügen. Hier kann eine Härtefallregelung greifen.

Die DHZ erreichte die Frage eines Handwerkers: "Ich fühle mich vom Finanzamt drangsaliert. Ich bin 64 Jahre alt, habe keinen PC und keinen Internetzugang. Als nebenberufsselbständiger Handwerker liegen meine Jahresumsätze in der Regel bei 5.000 Euro. Das Finanzamt möchte mich nun zwingen, meine Steuererklärung elektronisch ans Finanzamt zu übermitteln. Zu Recht? Kann ich mich wehren?"

Antwort: Grundsätzlich hat das Finanzamt tatsächlich das Recht, von Ihnen eine Steuererklärung in elektronischer Form zu verlangen. Denn sofern ein Steuerzahler Gewinneinkünfte erzielt – und das ist bei Ihnen als nebenberufsselbständiger Handwerker der Fall – muss er nach § 25 Abs. 4 EStG elektronische Erklärungen übermitteln.

Härtefallantrag erlaubt weiterhin Papiererklärungen

Teilen Sie dem Finanzamt jedoch schriftlich mit, dass Ihre Steuererklärungen kein Steuerberater anfertigt und dass Sie weder einen PC, noch einen Internetzugang haben, wird das Finanzamt von der elektronischen Übermittlung absehen und weiterhin Papier-Steuererklärungen von Ihnen akzeptieren. Weigert sich der Sachbearbeiter im Finanzamt rotz Ihrer plausiblen Erklärungen, Papiererklärungen anzuerkennen, weisen Sie auf die Härtefallregelung nach § 150 Abs. 8 Abgabenordnung hin.

Tipp: Die Höhe der Umsätze oder des Gewinns haben keinen Einfluss auf die elektronische Übermittlung der Steuererklärungen. Das bedeutet im Klartext: Auch mit Miniumsätzen oder Verlusten aus einer selbständigen Tätigkeit, müssen Sie die Steuererklärungen elektronische übermitteln, sofern Sie einen PC und einen Internetzugang nutzen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten