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Abfallgesetzgebung Elektrogesetz: So viel Bürokratie steckt in einer Weihnachtspyramide

Die Firma Volker und Heiko Flath GbR aus Seiffen fertigt unter anderem Weihnachtspyramiden mit elektrischer Beleuchtung und Motor. Für Unmut sorgt die Abfallgesetzgebung, die den kleinen Betrieb unverhältnismäßig belastet. Der Holzkunsthersteller berichtet.

Das seit 2018 geltende Elektrogesetz ordnet die in zwei Größen gefertigten Weihnachtspyramiden als Elektroklein- und Elektrogroßgeräte ein. Diese müssen getrennt bei der Stiftung Elektroaltgeräterecycling (ear) registriert werden.

Volker Flath beauftragt für die Abwicklung der damit verbundenen Pflichten einen Dienstleister. Für ein Kleinunternehmen sind die Abläufe ansonsten zu kompliziert und aufwändig. Ein Ärgernis, findet der Unternehmer, denn die Kosten für die Entsorgungsbürokratie sollte eher der Hersteller der elektrischen Komponenten tragen und anteilig an ihn weitergeben. Derzeit tragen die Bürokratielasten viele kleine und kleinste Anwender der Komponenten. Das könnte aus Sicht des Unternehmers besser geregelt werden und würde eben gerade diese kleinen Handwerksbetriebe entlasten. "Der Gesetzgeber hatte wohl eher Massenprodukte im Fokus, als er die Regelung entwickelte", bedauert Volker Flath.

7.500 Euro Umsatz, 570 Euro Bürokratiekosten

Berechnet werden die letztendlich zu hinterlegenden Entsorgungskosten auf Basis des Gesamtgewichtes der Pyramiden. Abgesehen davon, dass die Pyramiden im Normalfall Erbstücke sind, ist der verwendete Hauptrohstoff Holz später unbedenklich zu recyceln. Völlig unverhältnismäßig sei, dass einem Gesamtumsatz aus elektrisch betriebenen Pyramiden von 7.535,00 Euro Bürokratiekosten von 570,40 Euro im ersten Jahr gegenüberstehen und letztendlich Entsorgungsrücklagen von 6,00 Euro von der Stiftung für seine Pyramiden errechnet wurden.

In den Folgejahren werden es dann "nur" 298,60 Euro für Bürokratie sein. Auch kein akzeptables Verhältnis für den Unternehmer. "Das muss effektiver zu regeln sein, ohne die Wirtschaftlichkeit von kleinen Betrieben zu gefährden! Denn einige kleine Branchenkollegen haben wegen des bürokratischen Aufwandes bereits die Herstellung elektrisch betriebener Produkte aufgeben müssen", weiß Volker Flath.

Die aus der rechtskonformen Umsetzung des Elektrogesetzes resultierenden Kosten sind nicht die einzigen Bürokratiekosten, die er stemmen muss. Einziger Trost: Flaths Unternehmen muss nicht allein von den Pyramiden leben.

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