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Erfindung fürs Handwerk Leerrohr mit Mantelleitung spart dem Elektriker wertvolle Zeit

Simple Idee, wirkungsvoller Nutzen. Wenn das Leerrohr gleich mit Inhalt verlegt wird, braucht es für die Hausinstallation keinen Helfer - und der Elektriker ist doppelt so schnell fertig.

Bei manchen Erfindungen fragt sich der Laie, warum es so lange dauern musste, um auf diese Idee zu kommen. Das "Betoneinlegerohr mit integrierter Mantelleitung", das sich Elektromeister Hermann Zaglauer aus Deggendorf als Gebrauchsmuster hat schützen lassen, ist so ein Fall.

So simpel die Idee, so wirkungsvoll der Nutzen. "Bei der Elektroinstallation eines Einfamilienhauses lässt sich die Hälfte der Arbeitszeit einsparen, wenn man die Leerrohre gleich mit dem richtigen Kabel verlegt", erklärt Zaglauer. Und das nur, weil üblicherweise beim Rohbau die Rohre, die später Strom- oder Antennenkabel aufnehmen sollen, ohne Inhalt verlegt werden. Erst nachdem sie die Maurer unter Beton oder Putz haben verschwinden lassen, werden die Leitungen eingezogen.

Einzugshilfe oder zweiter Mann überflüssig

Dafür muss der Elektriker erneut auf die Baustelle. Bei längeren Kabeln braucht er sogar noch einen Helfer. Dabei kommt eine Einzugshilfe, unter Elektrikern auch als Wurm bezeichnet, zum Einsatz. Der Wurm wird durch das Leerrohr geschoben und am anderen Ende das Kabel befestigt, ehe der Wurm wieder zurück- und das Kabel damit eingezogen wird.

Für Elektromeister Hermann Zaglauer, der kürzlich von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz seinen Goldenen Meisterbrief bekommen hat, war die Friemelei schon vor gut drei Jahrzehnten ein Ärgernis. Denn das Einziehen erfordert nicht nur viel Ge­schick. Manchmal werden die Leerrohre beim Einmauern auch beschädigt, was das Einfädeln der Kabel zusätzlich erschwert.

Deshalb verlegt Zaglauer Leerrohre schon länger gleich mit dem zuge­hörigen Kabel. Und als er merkte, dass offenbar noch niemand auf diese Idee gekommen ist, hat er sie sich kurzerhand patentrechtlich schützen lassen und zusammen mit Karlheinz Weiderer als Mitgesellschafter die Zweier GmbH gegründet.

Der Name ist Programm. Zweier steht für "zwei in einem", soll heißen: zwei auf einen Streich. Wenn die Kabel zusammen mit dem Leerrohr verlegt werden, entfällt ein Arbeitsschritt. "Um ein Eigenheim zu installieren, braucht es nicht mehr 80, sondern nur noch 40 Stunden", verweist Zaglauer auf die Zeitersparnis. Zumal alle Arbeiten auch allein erledigt werden können, was vor allem den vielen Einzelunternehmern der Branche entgegenkomme.

Um es den Installateuren noch einfacher zu machen, bietet Zweier fertige Kabel im Rohr, deren Inhalt sich an der Farbe des Rohrs erkennen lässt: Im grauen Rohr stecken Stromkabel (NYM), Blau steht für Netzwerkkabel (KAT7), Violett für Antennenkabel (Koaxial), Braun für Multimediakabel (Koax-Kat7) und Grün für Busleitungen (EIB KNX). Vertrieben werden die Kabel im Rohr auf der Rolle in den genormten Längen 25, 50 und 100 Meter. Sie sind laut Zaglauer bis zu 105 Grad Celsius hitzebeständig und können damit auch im Winter eingebaut werden, wenn der Beton mit Additiv behandelt wird und sich beim Aushärten auf bis zu über 80 Grad erwärmt.

Bezugsquelle: www.zweier.de

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