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Peru El Cóndor Pasa

Peru: Gewaltige Berge, fruchtbare Hochebenen und ein atemberaubender Tropenwald im Amazonasgebiet. Die Weltkulturerbestätten Cusco und Machu Picchu ziehen jeden Besucher in ihren Bann und lassen den einstigen Reichtum der Inkas nur erahnen.

El Cóndor  Pasa
Nicht umsonst wurde die Inkastadt Machu Picchu in den Anden zu einem der "Neuen sieben Weltwunder" erkoren. Der Inka-Herrschers Pachacútec ließ die Stadt sehr wahrscheinlich um 1450 als Sommerresidenz... -

"El Cóndor Pasa", die Melodie des durch Simon and Garfunkel weltberühmt gewordenen peruanischen Volksliedes, kann fast jedermann auf Anhieb summen. Aber wer hat schon wirklich live einen Kondor vorbeifliegen sehen? Die größte Wahrscheinlichkeit, diesen mit bis zu drei Metern Flügelspannweite weltweit größten fliegenden Vogel zu beobachten, bietet das Cruz del Cóndor (Kreuz des Kondors) in den peruanischen Anden.

Vielfältiges Reiseland

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Die Kondore sind aber nur ein Grund, Peru zu besuchen. Der Andenstaat bietet so viel Abwechslung, so viele Kontraste, wie kaum ein anderes Reiseland: gewaltige Berge, fruchtbare Hochebenen, Wüsten und einen atemberaubenden Tropenwald im Amazonasgebiet. In Cusco, der alten Hauptstadt des ­Inkareiches, das in seiner Blütezeit 1,7 Millionen Quadratkilometer umfasste, begegnen dem Besucher auf Schritt und Tritt architektonische Zeugen der Inkazeit (12. bis 16. Jahrhundert) neben den faszinierenden Bauwerken der spanischen Eroberer und Kolonialisten.

Von Cusco geht es durch das fruchtbare Urubambatal vorbei an Pisac, wo die Indios der umliegenden Dörfer ihre prachtvollen Handarbeiten feilbieten und aus zahlreichen Bäckereien herrlich die Empanadas duften, zum absoluten Highlight jeder Peru-Reise nach Machu Picchu, zu Deutsch alter Berg.

Diese Stadt, wahrscheinlich um 1450 von dem Inka-Herrscher Pachacútec als Sommerresidenz in Auftrag gegeben, wurde nicht zu Unrecht vor einigen Jahren zu einem der „Neuen sieben Weltwunder“ erkoren. Man kann sich dorthin auf dem alten Inka-Trail zu Fuß auf den Weg machen oder sich, wie das die meisten Besucher tun, bequem mit dem Bus von Aguas Calientes aus chauffieren lassen. Die Besichtigung ist anschließend noch schweißtreibend genug. Aber allein der Ausblick auf die Berge ringsum und ins Urubambatal entschädigt für alle Strapazen und Klettereien innerhalb der Anlage.

Von den Eroberern verschont

Die Häuser, die Paläste und die Tempel der Stadt könnten ohne weiteres sofort wieder bewohnt werden. Alles, auch die Wasserversorgung, scheint die Jahrhunderte unbeschadet überstanden zu haben. Das liegt wohl daran, dass die Stadt sehr bald wieder aufgegeben wurde, die Spanier sie nie eingenommen und dementsprechend geplündert und zerstört haben und sie, vom Urwald überwuchert, erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts wiederentdeckt wurde.

Die schwimmenden Inseln der Urus im Titicacasee sind per Boot von Puno aus erreichbar. Schilf wird am Rande des Sees abgestochen, zu künstlichen Inseln zusammengebunden und im See verankert. Die Hütten und die Schiffe bestehen ebenfalls aus Schilf. Wer ein besonderes Abenteuer sucht, übernachtet bei den gastfreundlichen Urus auf einer der Inseln.

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Drei Vulkane säumen die Stadt

Über knapp 5.000 Meter hohe Andenpässe durch das landschaftlich grandiose Colca-Tal und das erwähnte Cruz del Cóndor geht es nach Arequipa. Diese Stadt wird von drei imposanten Vulkanen gesäumt. Sie beherbergt neben dem weltberühmten Santa-Catalina-Kloster unter anderem auch das Museo Santuarios Andinos, in dem man die wohl berühmteste Gletscher-Mumie Südamerikas bewundern kann. Juanita, wie die Mumie nach ihrem Entdecker Johan Reinhard genannt wurde, war ein etwa 14-jähriges Inkamädchen, das Mitte des 15. Jahrhunderts dem Vulkangott Apu Ampato geopfert wurde. Ein Besuch des Amazonasgebiets mit seinem gewaltigen Strom, den Nebenflüssen und dem tropischen Regenwald ist ein Abenteuer für sich. Die größte peruanische Stadt am Amazonas, Iquitos, ist nur per Flugzeug oder mit dem Schiff zu erreichen.

Ohne einen Indio-Guide wären die Besucher hier völlig hilflos. Er führt sie zu Eingeborenen-Dörfern, wie dem der Yagua-Indianer, er zeigt ihnen die verschiedensten Pflanzen und Tiere, die Ungeübte oft zwar hören, aber ohne ihn nicht sehen würden. Mit ihm fahren sie zu den Delphinen im Amazonas und fangen leckere Piranhas fürs Abendessen.

Peru auf einen Blick

Einreise: Für Deutsche, Schweizer und Österreicher ist bei einem Aufenthalt bis zu 90 Tagen kein Visum notwendig. Für die Einreise nach Peru genügt ein ab Datum der Einreise noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass.
Hauptstadt: Lima.
Landessprache:
Spanisch.
Währung: PEN = Peruanischer Nuevo Sol; 1 EUR = 3,78 PEN (Stand Juni 2014).
Klima: In Peru gibt es keine ausgeprägten Jahreszeiten. Man unterscheidet zwischen Trocken- und Regenzeit und drei Klimazonen. Amazonas-Tiefland: tropisches Klima, Regenzeit von Dezember bis April. Küste: subtropisches Klima, milde Tage und kalte Nächte von Dezember bis März, kühlere Tage und sehr kalte Nächte von Juni bis September. Anden: gemäßigtes Klima, Regenzeit von Dezember bis April.
Impfungen: Für Peru ist keine Impfung vorgeschrieben, aber für Reisen ins Amazonasgebiet wird eine Gelbfieberimpfung empfohlen.
Zeitzone: Der Zeitunterschied beträgt ­gegenüber Deutschland – 6 Stunden. Während der mitteleuropäischen Sommerzeit - 7 Stunden.

El Cóndor Pasa
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