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Steuer aktuell Einspruchschreiben: Besser dem Steuerberater überlassen

Viele Handwerksbetriebe werden zwar steuerlich beraten. Geht es jedoch um fehlerhafte Steuerbescheide, legen die Betriebsinhaber oftmals selbst Einspruch ein, um sich das Steuerberaterhonorar zu sparen. Doch die scheinbare Ersparnis kann teuer werden.

Der Bundesfinanzhof hat nämlich entschieden, dass ein Einspruch nach dessen Begründung auszulegen ist. Schlimmstenfalls wird dann beispielsweise nur ein Einspruch gegen den Solidaritätszuschlag vom Finanzamt unterstellt und alle weiteren Änderungen sind nicht mehr zulässig.

BFH verdeutlicht Einspruchsrisiko

In dem Urteilsfall legte ein Steuerzahler gegen den "Bescheid über Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag" Einspruch ein. In seiner Einspruchsbegründung wurde der Einspruch dann jedoch nur wegen des fraglichen und verfassungsrechtlich bedenklichen Solidaritätszuschlags begründet. Finanzamt und Bundesfinanzhof sahen deshalb nur einen Einspruch gegen den Solidaritätszuschlag als gegeben. Weitere Änderungen im Einkommensteuerbescheid wurden deshalb versagt (BFH, Urteil v. 19.8.2013, Az. X R 44/11).

Tipp: Möchte ein selbständiger Handwerker gegen einen Steuerbescheid Einspruch einlegen, hat er dafür grundsätzlich einen Monat nach Bekanntgabe Zeit. Um seine Chancen auf Richtigstellung des Steuerbescheids zu wahren, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Gegen den betreffenden Steuerbescheid sollte fristgemäß Einspruch eingelegt werden. Als Begründung sollte unverfänglich angegeben werden "Die Begründung erfolgt in einem separaten Schreiben.".
  • Im zweiten Schritt sollte der Steuerberater hinzugezogen werden und den Einspruch detailliert begründen.
  • Durch diese Vorgehensweise verhindern Sie, dass es Ihnen geht wie dem Steuerzahler im Urteilsfall. Sie bewahren sich so alle Chancen auf eine fehlerfreie Steuerfestsetzung.
Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv. dhz
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