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Steuertipp Einspruch gegen Steuerbescheid: Finger besser weg von Aussetzung der Vollziehung

Sie wissen sicher, dass Sie gegen einen unrichtigen Steuerbescheid Einspruch einlegen können. Was aber ist zu tun, wenn aufgrund dieses Bescheids eine viel zu hohe Nachzahlung zu leisten ist?

Der Einspruch selbst befreit Sie noch nicht von der fälligen Steuerzahlung, ja sogar Säumniszuschläge laufen auch weiterhin auf und erhöhen die Steuerschuld um 1 Prozent für jeden angefangenen Monat der Zahlungsverzögerung.

Schriftlichen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellen

Vollziehung des Steuerbescheides bedeutet also, dass das Finanzamt die Steuernachzahlung und eventuell angefallene Säumniszuschläge fällig stellt. Wollen Sie dies vermeiden, müssen Sie einen schriftlichen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellen - am besten gleich im Rahmen des Einspruchs.

Dazu müssen Sie nach der Begründung Ihres Einspruchs nur einen Satz wie den folgenden schreiben:

"Zusätzlich beantrage ich Aussetzung der Vollziehung des Bescheids, weil an dessen Rechtmäßigkeit ernstliche Zweifel bestehen, wie aus der Einspruchsbegründung ersichtlich ist."

Zahlen müssen Sie letztlich die Steuerschuld samt Säumniszuschlägen nur insoweit, als Ihrem Einspruch nicht stattgegeben wird.

Steuertipp

Schätzen Sie die Erfolgsaussichten für Ihren Einspruch nicht sehr hoch ein und wollen auf jeden Fall die hohen Säumniszinsen von 12 Prozent vermeiden, ist es unter Umständen ratsam, auf einen Aussetzungsantrag zu verzichten und die Steuernachzahlung sofort zu leisten. Im Fall der erfolglosen Aussetzung müssen Sie nämlich später sog. Aussetzungszinsen zahlen. Und diese betragen für jeden vollen Monat des Zinszeitraumes 0,5 Prozent des ausgesetzten Betrages. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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