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Bundesagentur für Arbeit Eine Million offene Stellen

Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt hält an. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, sank die Zahl der Arbeitslosen im Februar um 42.000 auf 3,617 Millionen.

Die Quote reduzierte sich um 0,1 Punkte auf 8,6 Prozent. "Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleiben auf hohem Niveau", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Als Gründe nannte er neben dem bisher milden Winter das Saisonkurzarbeitergeld für Bauberufe. Beides habe dazu geführt, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten noch verstärkt habe. Üblicherweise gab es sonst im Februar mit Ausnahme des vergangenen Jahres jeweils leichte Zunahmen bei der Zahl der Jobsuchenden. Auch in den nächsten Monaten sei noch mit einem Beschäftigungsaufbau zu rechnen, allerdings flache sich das Wachstum ab, betonte Weise.

Sein Vorstandskollege Heinrich Alt ergänzte: "Es wird eine Frühjahrsbelebung geben, aber der Ausschlag wird nicht so deutlich sein, weil wir die hohe Winterarbeitslosigkeit nicht haben." Im Westen Deutschlands nahm die Arbeitslosigkeit um 36.000 auf 2,347 Millionen ab (Quote: 7,0 Prozent), in den neuen Bundesländern um 6.000 auf 1,27 Millionen (Quote: 14,8 Prozent). Damit bleibt die Arbeitslosenquote im Osten der Republik mehr als doppelt so hoch.

Weise warnte daher vor Euphorie. "Die Zahl der Arbeitslosen ist immer noch sehr hoch und wir sollten jetzt, in guten Zeiten, unsere Anstrengungen verstärken, um Menschen in Arbeit zu bringen", mahnte der BA-Chef.

Mit Ausnahme des öffentlichen Dienstes, der Bau- und der Finanzdienstleistungsberufe profitieren derzeit alle Branchen und alle Bundesländer von der günstigen Entwicklung. Auch die Zeitarbeitsbranche wächst weiter, hat aber an den neu geschaffenen Jobs nur noch einen Anteil von 16 Prozent – zu Beginn des Aufschwungs waren rund drei Viertel aller neuen Stellen Zeitarbeitsverhältnisse.

An der Spitze des Beschäftigungsaufbaus steht nach Angaben der BA Hamburg mit einem Stellen-Plus von 2,9 Prozent, Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 0,8 Prozent.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Dezember nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit bei 27,22 Millionen, das ist ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 588.000. Mehr als die Hälfte des Zuwachses sind danach Vollzeitstellen. Im Februar standen der Nürnberger Behörde alles in allem rund eine Million Stellen zur Vermittlung zur Verfügung – 146.000 mehr als vor einem Jahr. 81 Prozent davon sind Stellen am ersten Arbeitsmarkt.

22.000 Elektriker, 18.000 Schlosser

Neu in die Top Ten der gesuchten Berufe rückten pünktlich zum Start der Computermesse CeBIT Datenverarbeitungskaufleute mit 12.000 zu besetzenden Stellen auf. Neben Verkäufern und Warenkaufleuten (23.000 Stellen), Werbe- und Dienstleistungskaufleuten (18.000 Stellen) sowie Bürofachkräften (20.000 Stellen) hat das Handwerk 22.000 Stellen für Elektriker und 18.000 Stellen für Schlosser zu vergeben. Außerdem werden 12.000 Kraftfahrer und 13.000 Mitarbeiter im Lager- und Transportbereich benötigt. In der Gastronomie werden 16 000 Kellner und 10.000 Köche gesucht, für Krankenschwestern, Sprechstundenhilfen und Masseure sind 15.000 offene Stellen gemeldet.

Herbert Mackert/ddp

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