Wiesbaden -

Jahresempfang Ein Land kann nicht nur aus Dichtern und Denkern bestehen

Der diesjährige Jahresempfang der Wirtschaftsmacht von nebenan war gut besucht.

Die Anzahl der Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Repräsentanten der heimischen Unternehmen und der befreundeten Kammern und Verbände war lang und so verzichtete Kammerpräsident Klaus Repp bei seiner Begrüßung anlässlich des Jahresempfangs bis auf eine Ausnahme auf eine persönliche Begrüßung: Thierry Aubert, der Präsident der Partnerkammer aus dem französischen Avignon, hatte wohl die längste Anreise hinter sich.

„Das heimische Handwerk befindet sich wie unser Berufsstand im Allgemeinen inmitten einer Zeitenwende. Was gestern noch galt, muss heute revidiert und an das eigene Handeln müssen neue Maßstäbe gesetzt werden“, sagte der Kammerpräsident. Obwohl diese Erkenntnis längst in den Handwerksorganisationen angekommen sei, habe man für einige Fragen – wie der des Nachwuchs- und Fachkräftemangels – bisher noch keine ausreichende Lösung finden können.

Es müsse nicht nur wirtschaftliche Realität sein, sondern auch wieder gesellschaftlicher Konsens werden, dass das Handwerk jungen Menschen eine Zukunft bietet, die es mit anderen Wirtschaftsbereichen aufnehmen kann. „Wir wollen auf Augenhöhe wahrgenommen werden, und dazu müssen wir bereits im Kindergarten und in der Schule ansetzen. Ein Land kann nicht nur aus Dichtern und Denkern bestehen – es braucht Menschen, die zupacken und für das, was sie täglich leisten, auch die Wertschätzung erfahren, die Ihnen zusteht“, so der Kammerpräsident.

Fachkräftemangel als Herausforderung

Seitens der hessischen Landesregierung überbrachte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz in Vertretung von Ministerpräsident Volker Bouffier die Wünsche. Das Handwerk sei nicht nur im Wortsinne die Wirtschaftsmacht von nebenan. Handwerk mache einen wesentlichen Teil der Wirtschaftskraft aus. Lorz bestätigte, dass der Fachkräftemangel eine Herausforderung für Handwerk und Politik sei. Es sei wichtig, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und auszubilden. Schulen und Betriebe müssten hier auf Augenhöhe miteinander arbeiten.

Wiesbadens Bürgermeister Dr. Oliver Franz bezeichnete das heimische Handwerk als tragende Säule des Wirtschaftslebens der Landeshauptstadt. Wiesbaden und das lokale Handwerk seien enge Netzwerkpartner, was sich insbesondere in dem Projekt Übergang Schule-Beruf zeige.

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