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Steuertipp Eigenverbrauch beim Firmenwagen: Aus für die Junggesellenregelung

Befinden sich in Ihrem Handwerksbetrieb mehrere hochwertige Firmenwägen, privat besitzen Sie aber kein Auto und Sie sind Single? Dann kann es steuerlich eng für Sie werden. Denn ein Urteil des Bundesfinanzhofs erlaubt es der Finanzverwaltung, für jedes dieser Fahrzeuge einen Eigenverbrauch zu besteuern. Wie Sie gegensteuern können.

Typischer Fall aus der Praxis: Ledig, erfolgreich und vier Firmenwägen

In einem Urteilfall beim Bundesfinanzhof war ein Unternehmer Single und hatte vier Firmenwagen in seinem Betrieb. Privat war kein Fahrzeug auf ihn zugelassen. Die "Junggesellenregelung", wonach in diesem Fall nur für das Fahrzeug mit dem höchsten Bruttolistenpreis ein Eigenverbrauch zu versteuern ist, verwarfen die Münchner BFH-Richter (BFH, Urteil v. 24.5.2019, Az. VI B 101/18). Wer mehrere Fahrzeuge des Betrieb nutzt und privat kein vergleichbares Auto auf sich zugelassen hat, muss für jedes der Fahrzeuge einen Eigenverbrauch (= Privatnutzung) versteuern.

Auswege aus der Firmenwagenfalle

Um bei Versteuerung des Eigenverbrauch nach der ein Prozent-Regelung nicht zu viel versteuern zu müssen, empfiehlt es sich, für die Fahrzeuge, die tatsächlich nicht oder kaum privat genutzt werden, ein Fahrtenbuch zu führen.

Weitere Gegenmaßnahmen: Reduzieren Sie die Anzahl der Firmenwägen im Betrieb oder kaufen Sie sich privat ein vergleichbares Fahrzeug und weisen Sie für dieses Fahrzeug eine sehr hohe Kilometerlaufleistung pro Jahr und für die betrieblichen Fahrzeuge eine nur sehr geringe Fahrleistung nach.

Steuertipp: Haben Sie mehrere Fahrzeuge im Betrieb, müssen Sie also in Zukunft mit kritischen Überprüfungen durch das Finanzamt rechnen. Deshalb gilt: Wappnen Sie sich und versuchen Sie, die Versteuerung für mehrere Firmenwägen mit gezielten Maßnahmen zu verhindern.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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