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Steuertipp Ehegatten-Arbeitsverhältnis: Steuerrisiko Dienstwagen

Stellen Sie Ihren Ehegatten in Ihrem Handwerksbetrieb als geringfügig beschäftigte Bürokraft ein und vereinbaren statt der Auszahlung eines Monatsgehalts die Überlassung eines Dienstwagens, sind Überprüfungen des Finanzamts vorprogrammiert. In einem aktuellen Urteil kippte das Finanzgericht die Dienstwagenüberlassung an den angestellten Ehepartner steuerlich.

In einem Urteilsfall beim Finanzgericht Münster stellte der Ehemann seine Ehefrau als Bürokraft im Rahmen eines Minijobs in seinem Betrieb an. Im Arbeitsvertrag wurde die Überlassung eines Dienstwagens vereinbart. Der ermittelte geldwerte Vorteil für die Privatnutzung nach der Ein-Prozent-Regelung wurde vom Gehalt abgezogen. Ausbezahlt wurde nur der Differenzbetrag.

Finanzamt und Finanzgericht kippen Arbeitsverhältnis

Das Finanzamt sowie das Finanzgericht erkannten jedoch weder das Ehegatten-Arbeitsverhältnis steuerlich an, noch die Dienstwagenüberlassung. Folge: Die Lohnkosten und die Ausgaben für den Dienstwagen wurden nicht als Betriebsausgaben zum Abzug zugelassen (FG Münster, Urteil v. 20.11.2018, Az. 2 K 156/18 E). Die steuerliche Nichtanerkennung wurde folgendermaßen begründet:

  • Es fehlt bezüglich der Dienstwagenüberlassung der Bezug zur Tätigkeit als Bürokraft. Der Pkw wurde deshalb wohl zu 100 Prozent privat genutzt.
  • Im Arbeitsvertrag wurden keine Regelungen zur Fahrzeugklasse und zu einer möglichen Kostenbeteiligung der Ehefrau getroffen.

Steuertipp: Wer dieses steuerlich umstrittene Modell ausprobiert hat und aktuell mit dem Finanzamt im Clinch liegt, sollte gegen nachteilige Steuerbescheide Einspruch einlegen. Denn jetzt muss sich der Bundesfinanzhof in einem Musterprozess mit dieser Thematik auseinandersetzen und ein Machtwort sprechen. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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