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Strompreise EEG-Umlage: Regierung verhindert drastischen Anstieg

Eigentlich wäre die EEG-Umlage angesichts des krisenbedingt niedrigen Börsenstrompreises 2021 stark gestiegen. Der Bund hält dagegen.

Zur Stabilisierung der EEG-Umlage im kommenden Jahr muss der Bund knapp elf Milliarden Euro zuschießen. "Ohne diesen Zuschuss wäre es zu einem Anstieg der Umlage und damit der Strompreise gekommen", teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit. Ohne die Finanzspritze wäre die Umlage von heute 6,756 Cent im kommenden Jahr auf 9,651 Cent pro Kilowattstunde gestiegen, teilten die Übertragungsnetzbetreiber mit. Im Rahmen des Konjunkturpaketes zur Bewältigung der Folgen der Corona-Krise hatte die Bundesregierung aber schon zuvor eine Deckelung der EEG-Umlage auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde beschlossen.

Strombedarf wegen Krise um acht Prozent gefallen

Als Hauptgrund für den Druck auf die EEG-Umlage nannten die Übertragungsnetzbetreiber Amprion, 50 Hertz, Tennet und TransnetBW den vornehmlich Corona bedingten Verfall der Börsenstrompreise sowie die ebenfalls durch die Pandemie verursachten Rückgang beim Stromletztverbrauch. Der vorläufige Nettostrombedarf in Deutschland für 2020 liege laut aktuellem Gutachten der Netzbetreiber um rund acht Prozent unter dem im vergangenen Jahr für 2020 angenommen Wert.

Höhere Preise für Kohlendioxid-Ausstoß soll EEG-Umlage mitfinanzieren

Mit den Einnahmen aus der EEG-Umlage wird die Differenz zwischen dem an der Börse ermitteltem Strompreis und den garantierten Zahlungen an die Ökostromproduzenten ausgeglichen. Dabei wird die EEG-Umlage in diesem Jahr erstmals durch einen Bundeszuschuss stabilisiert. Wie Altmaier weiter mitteilte geht es ihm dabei nicht um kurzfristige Korrekturen, vielmehr soll ein neuer Ansatz in der Finanzierung eingeleitet werden. Denn zusätzlich zu den Mitteln aus dem Konjunkturpaket solle die EEG-Umlage in den kommenden Jahren durch Einnahmen aus der neuen nationalen C02-Bepreisung entlastet werden. Im nächsten Schritt werde die EEG-Umlage wie im Konjunkturpaket schon angekündigt 2022 bei 6,0 Cent pro Kilowattstunde begrenzt. 

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