Meisterstücke -

Sattlermeister Albrecht Mönch Edles Geschirr: Der Maßanzug fürs Pferd

"Nur ein korrekt sitzendes Geschirr bewahrt die Pferde vor zu frühem Verschleiß", sagt er. Wenn alles passt, wird auch den unterschiedlichsten Krankheiten oder Verletzungen des Pferdes vorgebeugt. Zerrungen beispielsweise oder Schäden an Gelenken und Bändern oder wundgeriebenen Stellen. Nicht zu vergessen Blutzirkulationsstörungen oder Atmungsbehinderungen.

Deshalb gibt es bei den Mönchs eben  keine Ware von der Stange, sondern ausschließlich Produkte nach Maß. Im Idealfall vermisst der Chef die Pferde selbst. Wenn das aus Gründen der Distanz aber nicht möglich ist, bekommt der Kunde von ihm genaueste Anweisungen, was er wie zu tun hat. "So ist jedes Geschirr, das unseren Betrieb verlässt, ein Unikat wie der elegante Maßanzug vom Maßschneider."

Roggenstroh und Rosshaar für den Kern

Mönchs Geschirre werden auch heute noch mit einem Kern aus Roggenstroh und einem Polster aus Winterrehhaar und Rosshaar gefertigt. "Das Roggenstroh", erklärt Tochter Julia, "muss zu einem bestimmten Zeitpunkt vor seiner Reife geerntet und dann so getrocknet werden, dass es seine maximale Festigkeit behält. Und Stroh verwenden wir deshalb, weil sich das Stroh durch die Körperwärme des Tieres anatomisch perfekt anpasst."

Natürlich gibt es Hersteller, die die sogenannten Leibe der Geschirre ausschäumen, aber im Hause Mönch macht man das nicht. "Wir sind der Tradition verpflichtet", sagt Julia. Und das Abpolstern des Strohkerns mit Rehhaar hat den großen Vorteil, dass Rehhaar durch seinen hohen Gehalt an Talg wasserabweisend ist. So kommt der Schweiß zwar durch das Leder, dringt aber nicht bis zum Strohkern, und das beugt Fäulnis vor.

Aus Liebe zu den Pferden das Handwerk neu belebt

Ein gutes Geschirr, versichern die Mönchs, habe demnach eine Lebensdauer von hundert Jahren und mehr. All das hat freilich seinen Preis. Beginnend mit gut 3.000 Euro sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt. Wobei schon in nur einem Geschirr – und da in seiner einfachsten Ausführung – weit mehr als 50 Arbeitsstunden stecken. "Weil wir selbst Teile, die man mit der Maschine nähen könnte, aus Qualitätsgründen mit der Hand nähen."

Dass die Geschirre zum Teil mit historischen Beschlägen, geprägten Kastenschlaufen und Monogrammen versehen sind, versteht sich von selbst. "Wir haben für unsere Beschläge verschiedene Gussmodelle, die wir auswärts gießen lassen und dann bei uns schleifen, verlöten und polieren, ehe sie auch noch vergoldet oder versilbert werden", erzählt Mönch. Stark im Verschleiß stehende Teile werden hingegen aus Edelstahl gefertigt.

"Grundsätzlich ist es so, dass das Design schon elegant und möglichst feingliedrig sein soll, sich aber stets der Funktion unterordnen muss", erklärt Albrecht Mönch, der auch mehrere klassische Kutschen besitzt. Aus Liebe zu Pferden und zum Gespannfahren hat er das alte Handwerk neu belebt und zur Kunst erhoben. "Mich erfüllt jedes fertige Geschirr mit aufrichtiger und großer Freude", sagt der Sattlermeister. Und die Pferde danken es ihm, indem sie sich in seinem Geschirr wohlfühlen. Weltweit.

Informationen unter moench-geschirre.de.

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