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Steuertipp eBay: Mit diesem Trick sparen sich Eheleute die Umsatzsteuer

Verkaufen Sie und Ihr Ehegatte regelmäßig Waren über eBay, um damit Gewinne zu erzielen, geht das Finanzamt von umsatzsteuerpflichtigen gewerblichen Einkünften aus. Betragen die Umsätze mehr als 17.500 Euro macht es Sinn, dass beide Ehegatten jeweils ein Mitgliedskonto eröffnen.

In der Praxis kommt es häufig vor, dass sich eBay-Verkäufer gar nicht bewusst sind, dass ihr Handeln auf der Auktionsplattform steuerpflichtig ist. So auch bei einem Ehepaar aus Baden-Württemberg, deren Fall vor dem Finanzgericht landete. Die beiden kauften Waren ein, um sie später wieder weiterzuverkaufen. Dabei waren sie sich eigentlich sicher, dass sie die Gewinne nicht versteuern müssen - schließlich sind sie ja Privatleute.

Doch das Finanzamt kam zu der Erkenntnis, dass die Handelsumsätze umsatzsteuerpflichtig und einkommensteuerpflichtig waren. Die Umsätze lagen über 17.500 Euro. Aus diesem Grund rechnete das Finanzamt die Umsatzsteuer aus den Einnahmen heraus. Das Ehepaar argumentierte jedoch, dass die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Abs. 1 UStG greift, nach der keine Umsatzsteuer fällig wird. Da sie beide handeln, steht jedem der beiden der Umsatz zur Hälfte zu. Und da die Umsätze dann jeweils nicht mehr als 17.500 Euro betragen, kann das Finanzamt keine Umsatzsteuer fordern, so das Ehepaar.

Unternehmer ist nur der Inhaber des Mitgliedskontos

Doch das Finanzamt und das Finanzgericht Baden-Württemberg waren anderer Auffassung. Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinn kann nur derjenige sein, auf den das eBay-Mitgliedskonto eröffnet wurde. In dem Streitfall lief das Mitgliedskonto auf den Namen des Ehemanns, sodass ihm das Finanzamt sämtliche eBay-Umsätze steuerlich zuordnete. Da der Jahresumsatz über 17.500 Euro lag, forderte das Finanzamt die Umsatzsteuer (FG Baden-Württemberg, Urteil v. 26. Oktober 2017, Az. 1 K 2431/17).

Steuertipp: Handeln Eheleute also mit Gewinnerzielungsabsicht und sind damit umsatzsteuer- und einkommensteuerpflichtig, sollten sie unbedingt zwei getrennte Mitgliedskonten eröffnen. Werden dann je Mitgliedskonto nicht mehr als 17.500 Euro Umsätze erzielt, fällt auch keine Umsatzsteuer an. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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