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Umfrage zu den Elektrokleinstfahrzeugen E-Scooter: Nicht sicher, aber dennoch schon jetzt beliebt

Ab Sommer 2019 sollen Kleinstfahrzeuge mit Elektromotor legal im Straßenverkehr fahren dürfen. Schon vor dem Inkrafttreten der Verordnung planen viele Deutsche den Kauf eines solchen Fahrzeugs – obwohl die Mehrheit sie für unsicher halten.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Elektromobilität

Es spricht nicht gerade für die Verkehrssicherheit, wenn Fahrzeuge von 85 Prozent der Befragten einer Studie als „unsicher und gefährlich“ eingestuft werden und wenn gleichzeitig rund 25 Prozent sich sicher und 50 Prozent wahrscheinlich eines davon kaufen und nutzen wollen. Die Rede ist von Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scooter (E-Roller) und anderen Fahrzeugen mit E-Motor, die eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h schaffen. Bislang sind die meisten davon nicht für den Straßenverkehr zugelassen und dürfen auch nicht auf Gehwegen genutzt werden. Doch das möchte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ändern und arbeitet gerade an der sogenannten Elektrokleinstfahrzeugeverordnung. Sie soll im Sommer 2019 in Kraft treten. Die Details und noch strittigen Punkte können hier nachgelesen werden.>>>

Einer Haupteinsatzzwecke dieser Fahrzeuge soll die sogenannte letzte Meile sein, also der Weg etwa zwischen der Haltestelle von Bus und Bahn und dem eigentlichen Ziel. So soll der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden. Doch schon jetzt können sich viele Deutsche auch vorstellen, den gesamten Arbeitsweg mit dem E-Scooter zu fahren. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox zeigte, dass ein Viertel der über 1.000 Befragten, sich das gut vorstellen kann. Bei knapp zwei Drittel der Befragten würde der E-Roller hauptsächlich auf Kurzstrecken zum Einsatz kommen.

E-Scooter: Viele wollen vorsichtshalber lieber Helm tragen

Mehr als die Hälfte (55,4 Prozent) der Befragten gab zudem an, sich grundsätzlich vorstellen zu können, einen E-Scooter zu kaufen. 24,3 Prozent gehen sogar davon aus, sich "auf jeden Fall" oder "wahrscheinlich" in den kommenden zwei Jahren einen E-Scooter zu kaufen. Als Motivation dafür sehen die meisten die Zeitersparnis, da die Parkplatzsuche entfällt, das Einsparen von Benzinkosten, aber gleichzeitig auch den Spaß, den das Fahren mit den Kleinstfahrzeugen bringen kann.

Wie sicher diese Fahrzeuge sind, scheint vielen nicht so wichtig zu sein. Denn die große Mehrheit von 85 Prozent hält die elektrischen Tretroller für unsicher oder gefährlich und dennoch plant jeder Vierte, sich einen solchen Roller zu kaufen. Im Detail zeigte die Umfrage, dass rund die Hälfte (49,8 Prozent) der Befragten die E-Scooter für unsicher hält, etwa weil sie keinen ausreichenden Schutz bei einem Unfall bieten. Weitere 22,6 Prozent halten E-Scooter zudem für eine Gefahr für den Straßenverkehr. So würde auch mehr als die Hälfte der Befragten einen Helm tragen, obwohl keine gesetzliche Helmpflicht vorgeschrieben werden soll.

Sicherheitsbedenken haben auch die Verkehrspolitiker einiger Bundesländer. In der Bundesratssitzung am kommenden Freitag, wenn über die Elekrtrokleinstfahrzeugeverordnung abgestimmt werden soll, wollen sie sich daher gegen eine Zulassung der langsameren E-Fahrzeuge bis 12 km/h – etwa Hoverboards – auf Gehwegen aussprechen. E-Roller auf Gehwegen zuzulassen, sieht auch ein Drittel (31,9 Prozent) der Befragten der Verivox-Studie deshalb skeptisch. 28,6 Prozent lehnen das sogar ab. dhz

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