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Elektroautos fahren immer weiter E-Mobilität: Reichweite für Kauf kein K.-o.-Kriterium mehr

Eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020? Daran glaubt selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mehr. Dabei hält eine Studie das Jahr 2022 für realistisch.

Die Bedeutung der Reichweite als Hürde für den Durchbruch der Elektromobilität wird immer geringer. Davon geht die Unternehmensberatung Horváth & Partner aus, die jährlich den "Faktencheck Mobilität 3.0" erstellt. Darin prognostizieren die Verfasser für 2020 eine durchschnittliche Reichweite von rund 450 Kilometern.

Ende 2016 lag die Reichweite, die E-Autos mit einer Batterieladung zurücklegen können, bei durchschnittlich 270 Kilometern, eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber dieser Entwicklung seien die im vergangenen Jahr neu auf den Markt gekommenen Modelle sowie technische Verbesserungen bei bestehenden Fahrzeugen.

Tesla setzt auf reichweitenstarke Modelle

Das Tesla Model X 100D kann laut Herstellerangaben schon 565 Kilometer weit fahren, während der BMW i3 Facelift über 300, der Hyundai Ioniq EV über 280 und der neue Nissan Leaf (30 kWh) über 250 Kilometer Reichweite verfügen.

Das reichweitenstärkste Fahrzeug, das Tesla Model S 100D, verfügt laut Herstellerangaben heute schon über eine Reichweite von 632 Kilometer. Das Model S war 2016, trotz seines vergleichsweise hohen Preises, das am dritthäufigsten zugelassene rein batteriebetriebene Fahrzeug in Deutschland.

„Das bestätigt, dass die strategische Entscheidung Teslas, auf reichweitenstarke Modelle anstatt auf Stadtwagen für die Kurzstrecke zu setzen, richtig war“, erklärt Oliver Greiner, Leiter der Studie. Es sehe alles danach aus, dass sich der positive Trend bei der Reichweite weiter fortsetzen wird, denn Hersteller wie Porsche, Audi, VW, Daimler und Ford haben bis 2020 E-Autos angekündigt, die deutlich mehr als 300 Kilometer weit fahren können.

Amerpa-e schafft im ADAC-Eco-Test 340 Kilometer

Opel verspricht, dass der zunächst in Norwegen und später in Deutschland auf den Markt kommende neue Ampera-e mehr als 520 Kilometer zurücklegen kann. Im ADAC-Eco-Test schaffte er mit voller Batterie im realitätsnahen Testverfahren etwa 340 Kilometer. „Bei ruhiger und vorausschauender Fahrweise, möglichst unter 120 km/h, sind um die 400 Kilometer möglich“, relativiert der Verkehrsclub, fügt aber hinzu: „Mehr Strecke bewältigt nur ein deutlich teureres Modell von Tesla.“

Ende 2016 fuhren in Deutschland 69.000 Pkws elektrisch, ein Plus von rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Setzt sich die Wachstumsrate der letzten drei Jahre fort, so Horváth & Partner, würde es bis 2022 dauern, ehe eine Million Elektrofahrzeuge zugelassen sind. ste

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