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Verhältnis zwischen Anschaffungskosten und Reichweite E-Mobilität: Diese Elektroautos haben die beste "Preisweite"

Beim E-Autokauf entscheiden oftmals zwei Kriterien: Der Anschaffungspreis und die Reichweite. Ein Online-Marktplatz für Neuwagen hat nun ermittelt, bei welchen Elektroautos das Verhältnis beider Faktoren am besten ist.

Wer ein Auto kauft, möchte mobil sein. Es überrascht daher nicht, dass die Reichweite für viele E-Autokäufer ein entscheidendes Kaufkriterium ist. Reichweite um jeden Preis kann oder möchte sich jedoch nicht jeder leisten.

Ein gutes Mittel kann daher sein, sich beim E-Autokauf an der sogenannten Preisweite zu orientieren. Ein Vergleichswert, den die Online-Händlerplattform carwow jetzt für Neuwagenangebote von Elektroautos berechnet hat. Er beschreibt das Verhältnis zwischen Anschaffungspreis und Reichweite. Wer sich für den Kauf eines Elektroautos interessiert, kann so herausfinden, wie viel tatsächlich für einen Kilometer Reichweite bezahlt werden muss. Die Werte hat carwow anhand der Norm-Reichweite des jeweiligen Standard-Akkus und dem durchschnittlichen Angebotspreis ermittelt.

Preisweite-Ranking: Tesla vor Kia und Hyundai

Die Liste führt der Tesla Model 3 an. Der durchschnittliche Angebotspreis von 56.380 Euro und die Reichweite von 560 km ergeben im Verhältnis eine Preisweite von 101 Euro pro Kilometer. Den zweiten Platz teilen sich zwei Koreaner: Der Kia Soul EV kostet 28.924 Euro und kommt auf 250 Kilometer, während der Hyundai IONIQ Elektro 32.513 Euro kostet und eine Reichweite von 280 Kilometern vorweist. Damit würden Kunden bei beiden Modellen 116 Euro pro Kilometer zahlen. Auf Platz drei im Ranking landete das weltweit bislang meistverkaufte Elektroauto. Der Nissan Leaf kostet durchschnittlich 34.382 Euro, sein Standard-Akku hält 270 Kilometer. Der Japaner kommt damit auf eine Preisweite von 127 Euro pro Kilometer.

Deutsche Modelle wie der BMW i3, der VW e-Golf, der VW e-up! sowie der neue Elektro-SUV Mercedes EQC bilden das Mittelfeld. Am günstigsten ist der BMW i3 mit einer Preisweite von 136 Euro pro Kilometer, die sich aus einer Reichweite von 285 Kilometern und einem Angebotspreis von 38.701 Euro ergibt. Die beiden Modelle aus Wolfsburg schneiden unterschiedlich ab: Der e-Golf kostet mit 32.488 Euro deutlich mehr als der 19.944 Euro teure e-up!, kann aber wiederum auch mit 231 Kilometern eine höhere Reichweite als die 120 Kilometer des e-up! vorweisen. Die Preisweite ist dadurch mit 141 Euro pro Kilometer beim e-Golf besser als beim e-up! mit 166 Euro pro Kilometer.

Preisweite E-Auto

Der Mercedes EQC reiht sich mit 143 Euro pro Kilometer zwischen den VW-Modellen ein, wobei als Basis der Berechnung beim neuen E-SUV die bereits von Daimler kommunizierte Reichweite von 450 Kilomentern und ein Angebotspreis von 64.400 Euro zugrunde liegen. Da die Elektroauto-Neuzugänge Mercedes EQC und Audi e-tron noch nicht auf dem deutschen Markt sind, hat carwow bei beiden Modellen eine durchschnittliche Ersparnis von 8 Prozent zur unverbindlichen Preisempfehlung angenommen.

Deutlich weniger Reichweite als der Mercedes EQC besitzen der Citroën E-Mehari und der Renault Zoe. Mit einer Akkuladung kommen E-Autofahrer 195 beziehungsweise 175 Kilometer weit. Da die beiden Modelle preislich deutlich günstiger als der Mercedes sind, stehen sie mit einer Preisweite von 129 beziehungsweise 132 Euro im Ranking weiter oben. Dazwischen reihen sich der neue Kia e-Niro mit 130 Euro pro Kilometer und der Hyundai Kona Elektro mit 131 Euro pro Kilometer ein.

Eine eher mäßige Preisweite bieten der I-Pace von Jaguar und der e-tron von Audi: Bei Angebotspreisen von 71.981 Euro (Jaguar) und 73.508 Euro (Audi) und einer Reichweite von 470 und 417 km kommen sie gerade einmal auf 153 und 176 Euro pro Kilometer. Die Schlusslichter bilden der Citroën C-Zero und der Peugeot iOn. Sie kosten beide etwas über 20.000 Euro, kommen aber auf nur 100 Kilometer Reichweite und auf eine Preisweite von 202 Euro pro Kilometer – doppelt so viel wie beim Testsieger Tesla Model 3. Nur das Smart EQ fortwo Cabrio schneidet noch schlechter ab: Der hohe Angebotspreis von 29.849 Euro und die Reichweite von 145 Kilometern ergeben eine Preisweite von teuren 206 Euro pro Kilometer.

Preisweite ist nicht alles

Letztlich ist die Preisweite nur einer von mehreren Faktoren, die beim E-Autokauf entscheiden. Neben dem  Anschaffungspreis und der Reichweite spielt etwa die Ladedauer eine wichtige Rolle. Zudem sind wie beim Kauf von kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen auch Kriterien wie die Qualität, das Design und Platzangebot sowie die Sicherheitsausstattung bedeutsam. dhz

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