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Förderung, Akku, Versicherung E-Auto: 8 Punkte, die Sie vor dem Kauf berücksichtigen sollten

Bereits seit 2016 fördert der Staat den Kauf von E-Autos mit Prämien. Anfang November 2019 wur-den nun weitere Anreize beschlossen. Ob sich dadurch die Anschaffung der Fahrzeuge für Sie beziehungsweise Ihren Betrieb lohnt, muss jedoch individuell entschieden werden. Welche Punkte dabei zu beachten sind.

Unternehmer, die mit dem Kauf eines E-Autos oder Plug-in-Hybriden liebäugeln, haben einiges zu beachten. Was Sie über staatliche Kaufprämien, die steuerliche Abschreibung, die Anschaffung des Akkus und die Versicherung von Elektrofahrzeugen wissen sollen, zeigt dieser Überblick.

1. Kaufprämien beim Kauf eines E-Autos oder Plug-in-Hybriden

Der Zeitraum, in denen Autokäufer Prämien für den Erwerb eines Elektromobils oder eines Plug-in-Hybriden erhalten, wird bis 2025 verlängert. Zunächst war geplant, die Prämien nur bis Ende 2020 auszuzahlen. Auch die Prämien wurden angehoben (siehe Tabelle).

Gefördert werden

  • Reine Batterieelektrofahrzeuge
  • Von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge (Plug-In Hybride)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge
  • Fahrzeuge, die keine lokalen CO2-Emmissionen aufweisen
  • Fahrzeuge mit höchstens 50 g CO2/km

Außerdem müssen die Fahrzeuge in einer "Liste der förderfähigen Fahrzeuge" aufgeführt sein, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gepflegt wird und im Internet einsehbar ist.

Fahrzeugart Nettolistenpreis bis 40.000 Euro Nettolistenpreis höher als 40.000 euro (bis max. 65.000 Euro)
Elektroauto 6.000 Euro 5.000 Euro
Plug-in-Hybrid 4.500 Euro 4.000 Euro

2. Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge

Zusätzlich zur Prämie werden auch Elektroautos von der Kfz-Steuer befreit. Für Fahrzeuge, die bis 31. Dezember 2020 zugelassen werden, müssen zehn Jahre lang keine Kfz-Steuern bezahlt werden. Wird das Auto innerhalb dieser Zeit verkauft, bleibt dem neuen Besitzer für die Restzeit ebenfalls die Kfz-Steuer erspart.

Von der Kfz-Steuer können auch Bestandsfahrzeuge profitieren, die bis zu dem oben genannten Termin vollständig auf elektronischen Antrieb umgerüstet werden. Hybridfahrzeuge erhalten leider keine Kfz-Steuerbefreiung.

3. Dienstwagen-Privileg

Für ein auch privat genutztes Dienstfahrzeug gilt grundsätzlich die Versteuerung des privaten Vorteils nach der Ein-Prozent-Methode. Grob vereinfacht wird dabei ein Prozent des Fahrzeugkaufpreises (abgerundet auf volle 100 Euro) versteuert. Für Elektrofahrzeuge und auch Plug-In-Hybride wurde der Prozentsatz nun auf 0,5 Prozent halbiert. Ursprünglich sollte diese Maßnahme 2021 auslaufen, sie wird jedoch bis 2030 verlängert.

Ab dem Jahr 2022 kann dieses Privileg bei Plug-In-Hybriden jedoch nur in Anspruch genommen werden, wenn die elektrisch betriebene Mindestreichweite 60 Kilometer beträgt oder der CO2-Ausstoß 50 g/km nicht überschreitet. Ab 2025 ist eine Mindestreichweite von 80 Kilometern vorgeschrieben. Die Anforderungen an den CO2-Ausstoß bleiben unverändert.

4. Sonderabschreibung für Elektro-Lieferfahrzeuge

Werden neue Elektro-Lieferfahrzeuge angeschafft, wird ab 2020 eine Sonderabschreibung bis 2030 eingeführt. Durch diese Sonderabschreibung kann neben der regulären Abschreibung zusätzlich die Hälfte der Anschaffungskosten steuerlich abgesetzt werden.

5. Steuerfreie Leistungen für Mitarbeiter

Die Förderung der Elektromobilität eröffnet Arbeitgebern auch neue Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern etwas Gutes zu tun, ohne dass der Fiskus gleich die Hand aufhält. So können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern erlauben, ihre Hybrid- und Elektrofahrzeuge im Betrieb kostenlos aufzuladen, ohne dass dies als geldwerter Vorteil versteuert werden muss. Zudem können dem Mitarbeiter auch betriebliche Ladevorrichtungen steuerfrei überlassen werden. Wird der Mitarbeiter jedoch Eigentümer der Ladevorrichtung, muss dieser Vorteil versteuert werden – eine Pauschalsteuer von 25 Prozent ist hier vorgesehen. Das Gleiche gilt auch für Zuschüsse zum Erwerb oder der Nutzung von Ladevorrichtungen außerhalb des Betriebs. Die Vergünstigungen waren bis Ende 2020 befristet und wurden jetzt bis Ende 2030 verlängert.

6. Gewerbesteuerliche Erleichterung

Werden umweltfreundliche Fahrzeuge – also solche, die beim Kauf Anspruch auf eine Prämie (siehe oben) hätten – oder auch Fahrräder oder E-Bikes gemietet oder geleast, wird dies gewerbesteuerlich belohnt. Bis 2030 wird die Hinzurechnung bei der Gewerbesteuer für diese Fahrzeuge halbiert.

7. Risiko Akkuschaden: Verlängerte Garantie oder besser mieten?

Neben den Aspekten, die Autokäufer auch bei einem traditionellen Fahrzeug beachten würden, steht beim Elektroauto der Akku des Fahrzeugs im Fokus. Er ist in der Regel das teuerste Teil im Elektroauto (das ansonsten sehr viel weniger Teile besitzt als ein klassisches Fahrzeug). Wenn auch die Entwicklung auf diesem Markt zu immer leistungsfähigeren und gleichzeitig immer günstigeren Batterien führt, kann dennoch unter Umständen ein Akkuschaden dazu führen, dass das Fahrzeug als Totalschaden abgeschrieben werden muss.

Diese Problematik ist den Herstellern auch bekannt. Sie bieten daher zwei Lösungsmodelle an. Zum einen werden verlängerte Garantiezeiten für den Akku angeboten. Meist gilt diese für fünf bis acht Jahre oder bis zu 160.000 Kilometer. Alternativ wird auch angeboten, den Akku zu mieten. Man kauft also quasi das Auto ohne Akku (entsprechend günstiger) und mietet die Batterie dazu. Die Miethöhe richtet sich nach der Mietdauer und der Kilometerleistung. Wird die vereinbarte Kilometerleistung überschritten, wird eine zusätzliche Gebühr verlangt. Meist handelt es sich dabei um einen geringen Centbetrag, der für jeden über der vereinbarten Grenze liegenden Kilometer berechnet wird. Bei beiden Varianten gilt es folgende Punkte zu berücksichtigen:

Fahrzeug mit verlängerter Akku-Garantie Akku zusätzlich mieten
Es fallen keine monatlichen Kosten für den Akku an Der Kaufpreis ist niedriger, dafür fallen monatliche Kosten für den Akku an
Garantiezeit beträgt – nur für den Akku – bis zu acht Jahre Akkumiete richtet sich nach der vereinbarten Kilometerleistung – wird diese überschritten, fallen weitere Kosten an
Nach Ablauf der Garantie wird der Akku-Austausch teuer und kann bis zum Totalverlust führen Der Akku wird bei Defekt oder Kapazitätsverlust kostenlos ausgetauscht
Das Fahrzeug kann mit dem Akku weiterverkauft werden Als Mieter des Akkus sind Sie an Vorschriften des Vermieters gebunden (z.B. ist kombiniertes Laden / Entladen untersagt). Sie können das Fahrzeug nur ohne Akku verkaufen

8. Augen auf bei der Wahl der Fahrzeugversicherung

Wer sich für den Kauf eines Fahrzeugs mit Akku entschließt, muss bei der Fahrzeugversicherung aufpassen. Grundsätzlich ist für Elektrofahrzeuge die gleiche Haftpflichtversicherung vorgesehen, wie für jedes andere Fahrzeug. Die meisten Versicherer benutzen für den Vertragsabschluss die gleichen Policen, wie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Bei den hohen Anschaffungskosten sollte hier jedoch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden.

Hier sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Kaskoversicherung einen möglichst weitgehenden Schutz der Batterie bietet. Es sollten auch Bedienfehler wie beispielsweise die Tiefenentladung eingeschlossen sein. Zudem sollten Schäden versichert werden, die durch den Akku entstehen, etwa wenn es beim Laden zu Bränden kommt. Aktuell gibt es nur wenige Versicherungsgesellschaften, die einen Komplettschutz des Akkus anbieten.

Wird der Akku gemietet, sollte darauf geachtet werden, dass dies bei der Versicherung (preismindernd) berücksichtigt wird. Denn in diesem Fall ist der Akku in fast allen Fällen über den Hersteller versichert.

Neben dem Akku gibt es noch weitere Aspekte, die man bei der Versicherung eines Elektroautos beachten sollte. Das Abschleppen eines Elektromobils ist schwieriger als bei einem Benziner. Denn über die Antriebsachse wird Strom erzeugt. Wird das Fahrzeug nicht fachgerecht abgeschleppt, kann dies zu Kurzschlüssen führen, die den Akku beschädigen oder sogar einen Brand auslösen. Auch deshalb sollte in der Versicherung eindeutig geregelt werden, dass der Versicherer die Kosten eines Brandes übernimmt. Hierbei ist zu beachten, dass die Fahrzeuge mir einem speziellen, teuren Equipment gelöscht werden müssen, um die Schäden möglichst minimal zu halten.

Fazit: Lohnt sich das E-Auto für Ihren Betrieb?

Ob sich die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges oder Plug-In-Hybrid für Ihren Betrieb lohnt, kann pauschal nicht entschieden werden. In den meisten Fällen dürfte jedoch derzeit eine Anschaffung aus ökonomischen Gründen kaum sinnvoll sein. Wenn Sie allerdings auch ökologische Aspekte ins Spiel bringen, kann es durchaus sein, dass Sie die Anschaffung für sinnvoll erachten. Hier kommt sicherlich auch die Tatsache ins Spiel, dass Handwerksbetriebe mit ökologischen Leistungen derzeit durchaus erfolgreich werben können.

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