Stuttgart -

Was bringt 2019? Durchstarten ins neue Jahr

Ein Kreishandwerksmeister, eine Unternehmerfrau, ein Vertreter aus dem Jugendbeirat der Imagekampagne und Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, blicken auf das Jahr 2018 zurück und berichten, was sie 2019 erwartet.

Die Bedürfnisse von jungen Menschen müssen intensiver eingebunden werden
Moritz Heck, Kfz-Mechatroniker und Vertreter des Jugendbeirats der Imagekampagne aus Stuttgart.: „Beim Jugendbeiratstreffen zur Imagekampagne in Berlin haben wir uns im vergangenen Jahr viele Gedanken über die Attraktivität der einzelnen Handwerksbetriebe und über die Zukunftsorientierung des Handwerks gemacht. Dabei wurde deutlich, dass die Anforderungen und Bedürfnisse von jungen Menschen 2019 noch intensiver eingebunden werden müssen. Außerdem soll noch deutlicher gemacht werden, dass es die verschiedensten Aufstiegsmöglichkeiten im Handwerk gibt. Oft fehlen nötige Informationen, Jugendliche haben keine Ahnung, was sich hinter einer handwerklichen Ausbildung verbirgt und unterschätzen dabei auch den Grad von technischen Neuerungen. Für das neue Jahr haben wir, der Jugendbeirat, deshalb beschlossen, selbstbewusster aufzutreten und unseren Beruf, den wir dank unserer Ausbildung und unseren Erfahrungen in der Lehrzeit bestens kennen, anderen zu erklären.“

Handwerk bleibt immer ein ,Hand-Werk‘
Jürgen Schmid, Stuckateurmeister und Kreishandwerksmeister Göppingen: „Die fehlenden Fachkräfte quer durch alle Handwerksbranchen, die Digitalisierung, der Generationenwechsel in zahlreichen Betrieben und die gesellschaftliche Wahrnehmung des Handwerks sind die Kernthemen, die mich als Kreishandwerksmeister im Jahr 2018 beschäftigt haben. Junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, hochqualifizierte Fachkräfte zu binden oder zum Handwerk zu bringen sind die größten Herausforderungen, die wir in unserer Branche haben. Handwerk bleibt immer ein „Hand-Werk“, trotz aller Chancen der Digitalisierung. Diese unterstützend in unseren Betrieben zu implementieren ist unsere Aufgabe, damit unsere Unternehmen zukunftsfähig bleiben, den Anschluss nicht verlieren und die steigenden Kundenwünsche erfüllen können.

Wir Frauen sind die Verwalter von Bürokratie
Anette Lorenz, 1. Vorsitzende ufh Böblingen-Leonberg e.V.: „In 2018 hat uns die Datenschutzgrundverordnung stark beschäftigt. Dieses Bürokratiemonster frisst Zeit und Ressourcen und trifft mit seinen Vorgaben nicht die Richtigen. Für 2019 wünschen wir Unternehmerfrauen uns Bürokratieabbau, denn wir Frauen sind die Verwalter der Bürokratie. Auch ob und wie wir unsere Fachkräfte finden, auch aus den Reihen der Geflüchteten, ist ein vordergründiges Thema. Nur durch den ständigen Austausch in unseren Arbeitskreisen können wir am Ball bleiben.“

Wir stärken in Politik und Öffentlichkeit die Interessen des Handwerks
Thomas Hoefling, Hauptgeschäfts­führer der Handwerkskammer ­Region Stuttgart: „Das Jahr 2018 war von einer großen Diskussion rund um das Thema Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge (Euronorm 4/IV) geprägt, die wir dank einer Allgemeinverfügung für den Lieferverkehr – und damit auch für unsere Handwerkerfahrzeuge – hinter uns lassen können. Auch wenn dieser politischen Forderung der Handwerkskammer Rechnung getragen wurde, gibt es auch im neuen Jahr wichtige Themen, für die wir uns stark machen. Dazu zählt neben der Forderung, dass sich die Landesregierung beim Bund für eine zeitnahe, rechtssichere und für die Kunden möglichst kostenneutrale Nachrüstung der Euro 5/V Diesel einsetzt, beispielsweise die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Bildung durch die Einführung der Meisterprämie oder einem vergünstigten ÖPNV-Abo für Meisterschüler, ebenso wie die Ausweitung der 3+2-Regelung auf die Einstiegsqualifizierung, um ausländische Fachkräfte in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Alle politischen Positionen der Handwerkskammer sind im handwerkspolitischen Bericht zusammengefasst. Dieser erscheint zweimal im Jahr im Rahmen der Vollversammlung. Den aktuellen handwerkspolitischen Bericht (Stand Dezember 2018) gibt es online unter hwk-stuttgart.de/bericht2018

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