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Solaranlagen Durch Steuertipps Rendite steigern

Trotz sinkender Fördersätze oder gerade deshalb boomt der Absatz von Photovoltaikanlagen in diesen Tagen noch. Häufig wollen die Kunden noch schnell investieren, wissen aber nicht genau, worauf sie sich steuerlich einlassen. Handwerksbetriebe können ihre potentiellen Kunden Tipps geben. Hier die wichtigsten Fakten.

Solaranlagen steuerlich nutzen
Beim Betreiben einer Solaranlage werden Steuern fällig, der Besitzer der Anlage wird zum Gewerbetreibenden. -

1. Betreiben einer Photovoltaikanlage ist gewerblich

Wer sich eine Photovoltaikanlage auf das Dach seines Eigenheims installieren lässt und den gewonnenen Strom gegen Bezahlung in das Netz eines Anbieters einspeist, wird zum Gewerbetreibenden.

Vorteil: Anlaufverluste dürfen mit anderen Einkünften Steuer sparend verrechnet werden.
Nachteil: Problematisch können gewerbliche Gewinne bei Frührentnern werden. Um Rentenkürzungen zu vermeiden, kann die Rechnung der Anlage alleine auf den Namen des anderen Ehegatten ausgestellt werden.

2. Steuerersparnis bereits bei Planung

Bereits bei Planung des Kaufs einer Photovoltaikanlage winken bereits Steuervorteile. Ist die Investition nämlich innerhalb der nächsten drei Jahre geplant, darf der Gewerbetreibende in spe bereits 40 Prozent des voraussichtlichen Kaufpreises der Anlage als vorweggenommene Betriebsausgaben absetzen und Steuer sparen mit anderen Einkünften verrechnen.

Konkret 2011: Planung des Kaufs einer Anlage im Jahr 2012. Voraussichtliche Kosten der Photovoltaikanlage: 30.000 Euro = Betriebsausgaben 2011: 12.000 Euro.

Voraussetzungen: Das Finanzamt fordert als Nachweis für den 40-prozentigen Investitionsabzugsbetrag eine verbindliche Bestellung der Anlage. Den Finanzgerichten genügt jedoch der plausible Nachweis der Investitionsabsicht.

3. Kleinunternehmerregelungen oder Vorsteuerabzug

Selbständige haben die Qual der Wahl. Liegen die Umsätze nicht über 17.500 Euro, können Sie die Kleinunternehmerregelung wählen. Dann müssen Sie keine Umsatzsteuer ausweisen, können aber auch keine Vorsteuer aus dem Kaufpreis der Anlage abziehen. Beim Kauf einer Photovoltaikanlage empfiehlt es sich, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten, weil eine hohe Vorsteuererstattung winkt.

Weitere Fragen zur Photovoltaik von der Investitionsabsicht über die Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit bis hin zur Gewinnermittlung beantwortet ein auführliches Merkblatt des Wiso-Steuerbriefs unter iww.de.

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