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Internationale Konferenz zur Berufsbildung in Europa Duale Berufsbildung als Vorbild für Europa

Berufsbildung spielt innerhalb der EU-Strategie für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa eine wichtige Rolle. Um die praxisorientierte Ausbildung in der EU zu stärken, formulierten das Handwerk und andere Spitzenverbände Anforderungen an die Ausbildung.

"Da sie die hochqualifizierten Fachkräfte ausbildet, die wir in unserer immer wettbewerbsorientierteren globalen Welt so dringend brauchen, trägt die Berufsbildung entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit Europas bei", sagte EU-Bildungskommissar Jan Figel bei einer Expertentagung des Deutschen Handwerks, BIBB, DIHK und DGB. Die Konferenz hatte zum Ziel, Anknüpfungspunkte für die Weiterentwicklung der praxisorientierten Berufsbildung zu ermitteln.

Duales System als "best-practice"-Beispiel in Europa

Im Fokus der deutschen Wirtschaft steht der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. 17 Prozent der unter 25-jährigen EU-Bürger waren im vergangenen Jahr arbeitslos, obwohl die Wirtschaft händeringend nach Fachkräften sucht. "Junge Menschen werden oftmals nur unzureichend für das Arbeitsleben qualifiziert", sagte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Um der Jugendarbeitslosigkeit entgegen zu steuern, kündigte EU-Bildungskommissar Figel an, das deutsche duale System als "best practice"-Beispiel in Europa zu erheben.

Als Ergebnis der Konferenz legten die Verbände Schlussfolgerungen vor, die die praxisorientierte Berufsausbildung in der Europäischen Union stärken sollen. "Wir sprechen uns für qualitativ hochwertige, zukunftsorientierte und betriebsnahe Qualifizierungswege aus", betonte ZDH-Generalsekretär Schleyer. Nur so könne die berufliche Aus- und Weiterbildung die so wichtige Handlungskompetenz vermitteln.

Die deutsche Wirtschaft fordert eine leistungs- und zukunftsfähige Infrastruktur für die berufliche Bildung:

  • Die Ausbildung muss das Berufsprinzip wahren – das heißt, die Ausbildung vermittelt zuerst ganzheitlich die Grundlagen eines Berufes.
  • Die Ausbildung muss flexibel, betriebsnah und praxisorientiert sein.
  • Die Ausbildung muss Durchlässigkeit garantieren für berufliche Weiterbildung bis hin zu einem Studium.
  • Die Ausbildung muss international anerkannt sein, um eine Aus- und Weiterbildung im EU-Ausland zu ermöglichen.

"Ein Problem bleibt jedoch die zu oft mangelnde Ausbildungreife der Schulabgänger", sagte Schleyer. Dadurch würden die Ausbildung und ein erfolgreicher Abschluss erschwert. In diesem Punkt hofft das Handwerk auf die kürzlich gestartete Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung. "Sie ist ein wichtiger Schritt hin zu einer ganzheitlich ausgerichtet Bildungspolitik", erklärte der ZDH-Generalsekretär.

pc

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