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Drogen- und Suchtbericht Drogen am Arbeitsplatz: Was Betriebe dagegen tun können

Der Alkoholkonsum der Deutschen liegt auf hohem Niveau. Der neue Drogen- und Suchtbericht zeigt, dass Rauschtrinken bei Jugendlichen noch immer hoch im Kurs steht. Was Arbeitgeber tun können, wenn der Verdacht besteht, dass ein Mitarbeiter oder Lehrling zu viel trinkt oder Drogen nimmt.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke

Eigentlich zeigt der Bericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, eine positive Entwicklung. So ist bei den Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren der regelmäßige Alkoholkonsum seit 2001 von 17,9 Prozent auf 14,2 Prozent im Jahr 2011 zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich der Tabakkonsum sogar mehr als halbiert und liegt jetzt bei 11,7  Prozent. Der Cannabis-Konsum ist ebenfalls rückläufig (von 9,2 Prozent auf 4,6 Prozent).

Doch mit dem Alter steigt auch der Anteil derjenigen, die öfter Alkohol trinken. Besonders hoch ist der riskante Alkoholkonsum bei den 18-bis 29-Jährigen. Bei den Frauen liegt er bei 32,4 Prozent, bei den Männern bei 44,6 Prozent. Dazu kommt, dass der Tabakkonsum Erwachsener nach wie vor hoch ist.

Komasaufen bleibt in Mode

Bei den illegalen Drogen zeigt der Bericht, dass Cannabis weiterhin die meistkonsumierte illegale Droge in Deutschland bleibt, obwohl der Konsum synthetischer Drogen auch zugenommen hat. Weitere Probleme gibt es bei der Glückspielsucht und besonders bei der so genannten pathologischen Computer- und Internetsucht, die Beratungsstellen immer häufiger beobachten.

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Den meisten Platz im Bericht und den Auswertungen nimmt aber trotzdem weiterhin das Thema Alkoholmissbrauch ein. Deutschland führt dabei internationale Ranglisten an. So sterben hierzulande an den direkten und indirekten Folgen ihres übermäßigen Alkoholkonsums pro Jahr etwa 74.000 Menschen. 14,3 Prozent der Frauen und 18,5 Prozent der Männer betreiben einen riskanten Alkoholkonsum und schädigen damit ihre Gesundheit.

Als besondere Risikogruppe hat die Drogenbeauftragte Dyckmans deshalb auch diejenigen benannt, die häufig bis zum Vollrausch trinken. So ist das so genannte Komasaufen noch immer bei vielen Jugendlichen verbreitet. Aber auch Erwachsene mit riskanten Konsummustern müssten viel früher mit präventiven Maßnahmen erreicht werden. Sie setzt dabei unter anderem auf eine bessere Suchtprävention am Arbeitsplatz.

Gefahren am Arbeitsplatz

Problematisch kann es jedoch auch werden, wenn eine Sucht Auswirkungen auf das Arbeitsleben hat. Dann müssen Arbeitgeber eingreifen, denn hach der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" sind Arbeitgeber nach dem § 7 dazu verpflichtet, auf die Arbeitssicherheit im Betriebe und damit darauf zu achten, dass Personen, die erkennbar nicht in der Lage sind, Arbeitsaufgaben ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, davon ferngehalten werden.

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