Betriebsführung -

DGB-Studie Digitalisierung stresst

Immer erreichbar und ständig unterbrochen: Die digitale Arbeitswelt verursacht Stress. Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich durch neue Arbeitsprozesse unter Zeitdruck. Das ergab eine DGB-Untersuchung. Wer Grenzen setzt, kann die Digitalisierung aber auch ganz gezielt nutzen.

Immer mehr Arbeitsprozesse werden digitalisiert. Computer und Roboter übernehmen heute viele Aufgaben und Arbeitnehmer sitzen nur noch an den Geräten, die sie bedienen. Das kann eine große körperliche Erleichterung sein. Es ermöglicht zudem, dass Menschen von unterwegs, von weit entfernten Arbeitsorten oder zu flexiblen Arbeitszeiten ihre Jobs erledigen. Doch es verursacht auch Stress.

Hohe Arbeitsbelastung durch digitale Arbeitsprozesse

So ist einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) zufolge das Pensum gestiegen, das Arbeitnehmer erledigen müssen, die in vielen digitalen Arbeitsprozessen eingebunden sind. Der DGB hat in der Sonderauswertung "Digitalisierung und Arbeitsintensivierung" seines jährlichen Reports "DGB-Index Gute Arbeit" 2016 knapp 10.000 Beschäftigte aller Branchen und Berufsgruppen dazu befragt, welche Folgen sie durch die zunehmende Digitalisierung spüren.

Dabei gaben 46 Prozent der Befragten an, dass ihre Arbeitsbelastung aufgrund der Digitalisierung zugenommen hat. Zudem berichteten 54 Prozent, ihre Arbeitsmenge sei größer geworden. Mit dem gestiegenen Arbeitspensum spüren die Beschäftigten, die mit digitalen Mittel arbeiten, einen steigenden   Zeitdruck . 60 Prozent der Befragten stimmten dieser Tatsache zu, während dies nur 51 Prozent derjenigen bejahten, die nicht digital arbeiten. Der Grund liegt laut DGB unter anderem in ständigen Unterbrechungen und Störungen. Diese erleben immerhin 69 Prozent der Befragten in digitalen Arbeitsprozessen und nur 36 Prozent, von denen, die nicht digital arbeiten.

Mittel gegen Stress: Arbeitszeit selbst bestimmen

Im Gegenteil zu der DGB-Studie zeigen andere Untersuchungen, dass Arbeitnehmer durch die digitalisierten Arbeitsprozesse vor allem Erleichterungen erleben. So hat einem Bericht von faz.net zufolge eine Befragung der Barmer Krankenkasse mit mehr als 8.000 Teilnehmern gezeigt, dass der Großteil die Digitalisierung überwiegend optimistisch bewertet und den zunehmenden Einsatz der Technologien und die Flexibilisierung der Arbeitszeiten begrüßt. Dennoch zeigte sich auch hier, dass Stress und eine hohe Arbeitsbelastung Folgen der digitalen Arbeitswelt sein können.

Der DGB weist bei den Ergebnissen seiner Untersuchung explizit darauf hin, dass sich die Arbeitshetze auch vermeiden lässt: "Digital Arbeitende, die Einfluss auf ihre Arbeitsmenge nehmen können, sehen sich deutlich weniger belastet und gehetzt", teilt die Gewerkschaft mit und verweist auf die Bedeutung  kollektiver Mitbestimmungs- und Beteiligungsmöglichkeiten. jtw

Gegen Stress und eine hohe Arbeitsbelastung kann man selbst aktiv werden. Tipps dazu lesen Sie hier.>>>

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