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DNN-Wirtschaftspreis würdigt Steinmetzmeister Digitalisierung schafft Zeit für künstlerisches Handwerk

Sachsens Glanz und Preußens Gloria – die Schubert Steinmetz und Steinbildhauer GmbH schreibt sowohl an der Elbe als auch an der Spree Erfolgsgeschichten. Anfang Oktober wurden sie mit dem DNN-Wirtschaftspreis gewürdigt.

Während Steinmetz- und Steinbildhauermeister Sven Schubert schon seit 25 Jahren in und um Elbflorenz mit seinem Handwerkskönnen überzeugt, ist er seit fünf Jahren auch maßgeblich an der Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses beteiligt. Ob am Schweriner Schloss, an der Universitätsbibliothek in Leipzig oder am Halberstädter Dom – die Dresdner stehen für Qualität. Mit dem 3. Preis würdigte die Jury des Wirtschaftspreises der Dresdner Neusten Nachrichten (DNN) in diesem Jahr die Leistungen des ostsächsischen Handwerksbetriebs.

Schon bei der Gründung seines kleinen Steinmetzbetriebes 1990 in einem Hinterhof stand für Schubert die Kunst im Mittelpunkt. Heute ist aus dem Einzelunternehmen von damals ein am Markt etablierter Betrieb mit zahlreichen Fachkräften geworden. Je nach Auftragslage beschäftigt Schubert 20 bis 25 Mitarbeiter und sieben Auszubildende. „Die Schubert Steinmetz und Steinbildhauer GmbH zeigt, wie sehr der technische Fortschritt im Handwerk Einzug gehalten hat und welche Möglichkeiten die Digitalisierung für Unternehmen bietet“, betonte Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, in seiner Laudatio. Dem 53-jährigen Unternehmer sei es gelungen, sein traditionelles Handwerk ins digitale Zeitalter zu überführen.

Als Geschäftsführer leitet der Steinmetz- und Steinbildhauermeister Sven Schubert ein hochmodernes und innovatives Unternehmen, das in seiner Branche immer wieder aufs Neue Maßstäbe setzt. Die Firma setzt zur Lösung hochindividueller und großformatiger Steinmetzkunst modernste Planungs-, Konstruktions- und Fertigungstechnologien ein, darunter auch einen Fünf-Achs-Roboter.

Von der Planung eines Projektes, über originalgetreue Erstellung bis hin zur Bearbeitung des häufig aus sächsischen Steinbrüchen stammenden Materials läuft bei Schubert vieles digital ab. Am Computer werden Rekonstruktionspläne entwickelt, 3D-Kopien des Originals erstellt und die Daten an die Roboter übermittelt. Diese schaffen die Arbeit, für die ein Steinmetz zwei Wochen benötigt, innerhalb von drei Tagen. Dabei sind die Roboter in der Firma Schubert für unterstützende Arbeiten zuständig.

Grobe Tätigkeiten, wie das zeitaufwändige Fräsen von Rohlingen, übernimmt die Maschine, die handwerkliche Feinarbeit bleibt hingegen Aufgabe der Steinmetze und Bildhauer – und so sieht sich Sven Schubert auch heute noch als Künstler. Denn er und seine Mitarbeiter haben wieder Zeit und Kraft für das Wesentliche – ihr künstlerisches Handwerk.

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