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Internationale Funkausstellung in Berlin Digitale Medienträume in Tüten

Kurioses und Nützliches von der Internationalen Funkausstellung in Berlin: TV-Geräte werden immer größer und flacher, Kühlschränke sind mit LCD-Schirmen und DVD-Playern ausgestattet.

Die Veranstalter der Konsumelektronikmesse IFA 2008 müssen sich anscheinend keine Gedanken über mangelnden Publikumszuspruch machen. Tausende Menschen flanieren durch die Hallen unterm Funkturm. In Tüten, die teilweise das Format eines großen Flachbildschirms haben, schleppen sie ihre Träume von digitalen Medienwelten nach Hause. Manch Besucher hat sogar einen Rollkoffer mitgebracht, um die Kataloge, Prospekte und Broschüren unterzubringen, mit denen für die zahlreichen Neuheiten im Bereich der Unterhaltungselektronik und der Elektrohausgeräte geworben wird. Kühlschränke und Waschmaschinen werden dabei in diesem Jahr zum ersten Mal auf der IFA präsentiert.

Stromsparende Geräte haben Priorität

Die IFA will auch in diesem Jahr wieder Trendsetter der Branche sein. So haben die Hersteller angesichts steigender Energiepreise und des Klimawandel das Thema Stromsparen für sich entdeckt. Der Kunde wolle heute auch energieeffiziente Geräte kaufen, sagte ein Sprecher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik. Die Industrie habe hier schon bedeutende Fortschritte erzielt.

Dennoch gibt es anscheinend noch beträchtliche Einsparpotenziale. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte auf der IFA-Eröffnungsgala an die Hersteller von Unterhaltungselektronik, den Stromverbrauch in der Stand-by-Funktion zu senken. Dadurch könnte in deutschen Haushalten insgesamt so viel Energie gespart werden, wie von zwei Großkraftwerken jährlich produziert werde.

Im Mittelpunkt der IFA steht auch diesmal die Unterhaltungstechnik, die Hallen werden wieder von Flachbildfernsehern dominiert. Aber auch die neueste Handy-Generation oder Handy-TV, Navigationsgeräte mit zahlreichen Zusatzfunktionen wie Hotel- und Restaurantführer, Camcorder und digitale Kompaktkameras, Notebooks und Audio-Anlagen begeistern Fachpublikum und Privatbesucher gleichermaßen.

Vor allem die Bildqualität der Flachbildfernseher wird immer besser. Auf der IFA 2008 flimmert nichts mehr. Die hochauflösenden TV-Geräte (HDTV und Full HD) zeigen gestochen scharfe Bilder und bestmögliche Kontraste. Bewegungsunschärfen und Verzerrungen bei schnellen Bildfolgen wie bei Sportübertragungen gehören der Vergangenheit an.

Die Flachbildgeräte sind in allen erdenklichen Formaten erhältlich. Das Spektrum reicht vom Kleinstfernseher im Handy bis hin zum nach Herstellerangaben größtem Plasmaflachbildschirm der Welt. Der Prototyp von Panasonic hat eine Diagonale von 3,81 Metern (150 Zoll). Der Preis stehe noch nicht fest, sagte ein Standbetreuer. Es gebe derzeit weltweit nur fünf Stück davon. Die limitierte Serienfertigung werde aber bald beginnen. Die kleinere Ausführung, die sich wie ein Bild an die Wand hängen lässt, misst 103 Zoll und kostet 80.000 Euro.

Sinkende Preise

Die Preise für die meisten Flachbildfernseher sind in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Ein Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 81 Zentimetern ist nach Angaben des Statistischen Bundesamts inzwischen ab rund 800 Euro zu haben. Die TV-Geräte werden dabei immer flacher. So hat Loewe ein Gerät im Angebot, das bei einer Bilddiagonale von 119 Zentimetern nur knapp neun Zentimeter tief ist.

Auch in der Verschmelzung von Unterhaltungs- und Hausgerätelektronik versuchen sich mehrere Hersteller. Bei einem Kühl- und Gefrierschrank von Siemens ist ein 17-Zoll-LCD-Schirm in die Tür integriert. Ein Kühlschrank von LG ist neben dem LCD-Schirm zusätzlich mit einem DVD-Player ausgestattet.

Michael Winckler/ddp

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