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Steuer aktuell Diese Gehaltsextras für Azubis bleiben steuerfrei

Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Auszubildenden. Zögert ein Kandidat noch, ob er eine Ausbildung absolvieren oder doch lieber weiter zur Schule gehen möchte, können Arbeitgeber dem Azubi verlockende Gehaltsextras anbieten und ihm so bei seiner Entscheidung für einen Ausbildungsplatz entgegenkommen.

Gehaltsextra für Azubis
Azubis locken: Mit Gehaltsextras gegen den Fachkräftemangel im Handwerk. -

Die Gründe, warum ein Bewerber die Azubi-Stelle nicht antritt, sind oftmals die hohen Fahrtkosten, wenn er weit von der Ausbildungsstelle entfernt wohnt.

Gehaltsextra 1: Zuzahlungen für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb

Arbeitgeber dürfen Azubis zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn Zuschüsse zu den Fahrtkosten gewähren. Die Zuschüsse dürfen allerdings maximal so hoch sein, wie die Werbungskosten, die der Azubi für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte abziehen dürfte. Gezahlt werden dürfen

  • 0,30 Euro je Entfernungskilometer (einfache Strecke) oder
  • bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel die tatsächlich entstandenen Kosten für das Job-Ticket

Der Zuschuss bleibt für den Auszubildenden netto – also unbesteuert – wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit 15 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer übernimmt.

Gehaltsextra 2: Fahrtkosten zu Berufsschule & Co

Bei allen anderen Fahrten, die keine Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte darstellen, darf der Arbeitgeber 0,30 Euro für jeden gefahrenen Kilometer steuerfrei und sozialversicherungsfrei erstatten, wenn der Azubi sein Auto benutzt. Für Fahrten mit anderen Verkehrsmitteln dürfen die tatsächlichen Kosten ersttatet werden.

Gehaltsextras 3 und 4: Benzingutschein und Handynutzung

Ein Arbeitgeber darf einem Azubi wie jedem anderen Mitarbeiter auch jeden Monat einen Tankgutschein in Höhe von 44 Euro aushändigen. Sachbezüge im Wert von maximal 44 Euro pro Monat bleiben stets steuer- und abgabenfrei.

Besonders beliebt ist bei Azubis auch die Zurverfügungstellung eines betrieblichen Smartphones durch den Arbeitgeber zur privaten Nutzung. Dieses Gehaltsextra ist nach § 3 Nr. 45 EStG steuerfrei, selbst wenn die Nutzung zu 100 Prozent privat ist.

Tipp: Möchten Sie einem potentiellen Auszubildenden möglichst viele Annehmlichkeiten im Form von Gehaltsextras verschaffen, sollten Sie vor Zusage das Gespräch mit Ihrem Steuerberater suchen. Dieser wird Ihnen mitteilen, welche lohnsteuerlichen Aufzeichnungspflichten und Besonderheiten Sie dabei beachten müssen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv .

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  • Steuer-1x1 zur kalten Progression (PDF, 264 kB)

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