Betrieb -

Dienstwagengestellung Dienstwagen an Arbeitnehmer: Das gilt lohnsteuerlich

Bei Lohnsteuerprüfungen in Handwerksbetrieben ist das Thema "Dienstwagengestellung" ein Dauerbrenner. Kein Wunder, denn es gilt gleich mehrere lohnsteuerliche Besonderheiten zu beachten. Welche das sind, hat das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben zusammengefasst.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Beruflich unterwegs

Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern einen Dienstwagen zur beruflichen und privaten Nutzung überlassen, sollten laut Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF, Schreiben v. 4. April 2018, Az. IV C 5 – S 2334/18/10001) insbesondere folgende Steuersparmöglichkeiten bei der Lohnbesteuerung kennen:

Ermittlung des Privatanteils nach der 1-Prozent-Regelung: Sonderausstattung tabu

Führt der Arbeitnehmer kein Fahrtenbuch, muss er für die Privatnutzung lohnsteuerlich einen geldwerten Vorteil versteuern, der nach der Listenpreismethode, auch bekannt als 1-Prozent-Regelung, ermittelt wird. Pro Monat muss er einen Prozent des inländischen Bruttolistenpreises des Dienstwagens zum Zeitpunkt der Erstzulassung versteuern. In den Listenpreis sind auch die Bruttokosten für werkseitig eingebaute Sonderausstattung einzubeziehen (Rz. 14 des BMF-Schreibens v. 4. April 2018).

Tipp: Wird der Dienstwagen zunächst ohne Sonderausstattung gekauft, erhöht ein späterer Einbau den nach der 1-Prozent-Regelung ermittelten geldwerten Vorteil nicht.

Arbeitsrechtliches Nutzungsverbot muss überwacht werden

Darf ein Arbeitnehmer den Dienstwagen nur beruflich nutzen, sieht das Finanzamt nur dann von der Besteuerung eines geldwerten Vorteils ab, wenn das Nutzungsverbot nachweislich regelmäßig überwacht wird.

Tipp: Hier empfiehlt es sich, im Lohnkonto des Arbeitnehmers schriftlich festzuhalten, wie dieses Privatnutzungsverbot überwacht wird (Abgabe der Autoschlüssel nach Feierabend, Führung eines Fahrtenbuchs, etc.).

Nutzung des Dienstwagens durch mehrere Arbeitnehmer

Dürfen den Dienstwagen mehrere Arbeitnehmer beruflich und privat nutzen und wird kein Fahrtenbuch geführt, darf der Arbeitgeber den ermittelten geldwerten Vorteil für die Privatnutzung sowie für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte durch die Anzahl der Arbeitnehmer teilen. Jeder muss nur seinen Teil als geldwerten Vorteil versteuern.

Tipp: Durch die Aufteilung des geldwerten Vorteils für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte kann es natürlich zu steuerlichen Benachteiligungen eines Arbeitnehmers kommen. Er kann diese Nachteile durch die korrekten Angaben in seiner Einkommensteuer beheben (Rz. 21 letzter Satz des BMF-Schreibens v. 4. April 2018).

Nutzungsentgelte des Arbeitnehmers mindern den geldwerten Vorteil

Muss der Arbeitnehmer ein Nutzungsentgelt für die Dienstwagennutzung bezahlen oder beispielsweise Benzinkosten aus eigener Tasche bezahlen, mindern diese Zahlungen den nach der 1-Prozent-Regelung ermittelten geldwerten Vorteil (Rz. 49 ff. des BMF-Schreibens v. 4. April 2018).

Beispiel: Ein Arbeitgeber darf einen Dienstwagen nutzen. Der ermittelte lohnsteuerliche geldwerte Vorteil beträgt pro Jahr 3.900 Euro. Der Arbeitnehmer musste 2.000 Euro Beinzinkosten aus der eigenen Tasche bezahlen. Folge: Der Arbeitnehmer muss nur noch einen geldwerten Vorteil von 1.900 Euro versteuern.

Fazit: Für Handwerksbetriebe, die ihren Mitarbeitern Dienstwägen zur Verfügung stellen, ist dieses neue Schreiben des Bundesfinanzministeriums enorm wichtig, um bei künftigen Lohnsteuerprüfungen auf der sicheren Seite zu stehen.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten