Freiburg -

Die Zukunft liegt in China

Waldkircher Orgelbauer Jäger & Brommer erobern Asien

2007 erhielt die Waldkircher Meisterwerkstatt für Orgelbau Jäger & Brommer als erster Handwerksbetrieb überhaupt den „Preis der Deutschen Außenwirtschaft“ verliehen und das zu Recht. Bereits seit 1995 bereiten sich die Orgelbaumeister in Waldkirch auf den asiatischen Markt vor. Zuerst war Japan das Ziel, dann Korea und nun steht China auf der Arbeitsliste. Erster Erfolg: die neue Kathedral-Orgel für die St. Michales-Kathedrale in der Olympiastadt Qingdao. Mit der hochwertigen Verarbeitung und klanglichen Meisterschaft überzeugen die Klangwerker aus Waldkirch.

So sind nach nur drei Monaten der Fertigstellung – die Pfeifenorgel musste vor der Olympiade fertig gestellt sein – direkt weitere Aufträge eingegangen. Die Protestantische Kirche in Qingdao, die bereits 1910 eingeweiht wurde, braucht auch eine neue Orgel und die Orgelakademie bestellt eine Übungsorgel; weitere Projekte sind im Werden. Durch das Büro von Werner Sonntag in Beijing sind die Orgelbaumeister auch ständig direkt in China vertreten.

Generell hat das deutsche Handwerk in China große Chancen. So sind zum Beispiel in Qingdao an den über 500 alten und historisch wertvollen Gebäuden aus der deutschen Kolonialzeit in der Zukunft viele Arbeiten nötig. Die Stadt- und Provinzregierung Shandong sorgen sich um die Altbauten. Diese sollen mit Hilfe deutscher Handwerker restauriert werden. Insofern wird in Zukunft in China nicht nur der Orgelbau, sondern auch andere Gewerke gute Arbeit finden und durchführen. Die Waldkircher Orgelbaumeister sind zuversichtlich. Die Öffnung in Richtung asiatischen Markt war für sie die richtige Entscheidung, um der schwieriger werdenden Lage im klassischen Orgelbau in Europa entgegenzuwirken. Ab 25. Oktober stellen die Orgelbaumeister Heinz Jäger und Wolfgang Brommer in Nagoya ihre nächste Orgel in Japan auf. Ab 4. Dezember sind beide abermals in Asien: Das OPUS 1 in Taiwan wird erstellt, um dieses am 14. Dezember in einer feierlichen Orgelweihe der dortigen Gemeinde zu übergeben. Die Zukunft liegt aber auch in Deutschland und Europa. Eines ist den Meistern klar: „Nur Qualität wird überzeugen und überleben! Daher gehen wir keine Kompromisse bei der Auswahl der Materialien und der klanglichen Umsetzung unserer Orgelwerke ein, auch wenn der Preiskampf in Deutschland dies manchmal zu fordern scheint.“www.orgel-qingdao.de

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