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Bekämpfung der Altersarmut Die Rentenvorschläge der Parteien

Die Rentenreform sorgt weiter für Diskussionen, um dem Vorschlag der Union zu der sogenannten Lebensleistungsrente etwas entgegen zu setzen, haben die Oppositionsparteien nun eigenen Konzepte präsentiert. Ein Überblick über die verschiedenen Vorschläge zur Bekämpfung der Altersarmut.

Die Lebensleistungsrente der Koalition: Wer ein Leben lang gearbeitet hat, soll künftig eine Rente erhalten, die über dem Niveau der Grundsicherung im Alter liegt, also oberhalb des Betrags, den diejenigen bekommen, die nicht gearbeitet haben. Allerdings variiert die Grundsicherung regional sehr stark. Die FDP geht davon aus, dass der Durchschnittswert, der 2011 bei 707 Euro lag, als Maßstab gelten soll. Das Arbeitsministerium verweist hingegen darauf, dass die Aufwertung "oberhalb des höchsten durchschnittlichen Grundsicherungsanspruchs" liegen soll. Voraussetzung ist, dass jemand mindestens 40 Jahre eingezahlt hat und privat vorgesorgt hat. Zusätzlich sollen Rentner Erträge aus privater Altersvorsorge behalten können.

Die Solidarrente der SPD: Auch die Solidarrente sieht eine Aufstockung der Alterseinkünfte von Geringverdienern vor, allerdings auf 850 Euro. Zeiten der Arbeitslosigkeit, Jahre mit niedrigem Einkommen und Kindererziehungszeiten sollen zudem rentenrechtlich höher bewertet werden. Private Altersvorsorge ist keine Voraussetzung, allerdings sollen Arbeitnehmer grundsätzlich eine Betriebsrente angeboten bekommen. Ein Widerspruch dagegen ist möglich. Die schrittweise Erhöhung des Eintrittsalters für die Rente mit 67 soll so lange ausgesetzt werden, bis 60- bis 64-jährige mindestens zur Hälfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Bis 2020 ist eine Angleichung der Ost- an die Westrenten geplant.

Die Garantierente der Grünen: Ähnlich wie die Konzepte von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und der SPD sieht auch der Vorschlag der Grünen ein Mindestniveau von rund 850 Euro vor. Als Voraussetzung sollen aber 30 Versicherungsjahre reichen, zu denen auch Zeiten der Arbeitslosigkeit, der Kindererziehung oder der Pflege gehören. Wer privat vorgesorgt hat, soll 20 Prozent der Rente aus der privaten Alterssicherung behalten dürfen. Langfristig wollen die Grünen die Rentenversicherung in eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, umwandeln.

Solidarische Mindestrente der Linken: Diese Mindestrente soll als Zuschlag oder im Einzelfall auch als Vollbetrag von der Rentenversicherung ausgezahlt werden. Aufgestockt werden soll auf maximal 900 Euro. Die Linke lehnt die Senkung des Rentenbeitragssatzes ab und will die freiwerdenden Mittel zur Abschaffung der Rente erst ab 67 und für verbesserte Leistungen in der Erwerbsminderungsrente einsetzen. Perspektivisch soll der Rentenbeitragssatz sogar deutlich angehoben werden. Arbeitnehmer könnten dies finanzieren, wenn Beiträge zur privaten Altersvorsorge entfielen. Auch sollen die Renten in Ost und West angeglichen werden. dapd

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