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Ein Jahr nach der Bundestagswahl Die neuen Jobs der Ex-Minister: Daniel Bahr, Westerwelle und Co

Vom Amtsträger zum Arbeitssuchenden: Fünf ehemalige Bundesminister der FDP mussten sich nach der Bundestagswahl im September 2013 nach einem neuen Job umschauen. Für Daniel Bahr geht es nun zurück nach Deutschland. Was aus den Politikern geworden ist.

Westerwelle Rösler
Guido Westerwelle und Philipp Rösler haben neue Aufgaben gefunden. -

Gerade noch einen wichtigen Job als Bundesminister und plötzlich arbeitslos. Nach der Bundestagswahl mussten Philipp Rösler, Guido Westerwelle, Daniel Bahr, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Dirk Niebel ihre Leben erst einmal neu sortieren. Die meisten von ihnen haben ihre neuen Jobs in der Zwischenzeit bereits angetreten.

Philipp Rösler
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Der ehemalige Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler ist in die Schweiz ausgewandert. Aber nicht um in seinen gelernten Arztberuf zurückzukehren. Denn seit Mitte Februar arbeitet er als einer der Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums in Davos. Nun entwirft er keine Gesetze mehr und diskutiert nicht in Kabinettssitzungen.

Doch Regierungsmitglieder wird er womöglich weiterhin treffen. Zu den Aufgaben des 40-Jährigens zählt unter anderem die Organisation der jährlich stattfindenden Konferenz, bei der Staatschefs und Größen aus der Wirtschaft über aktuelle Themen debattieren. Rösler selbst bezeichnete sich als "Chefdiplomat" des Weltwirtschaftsforums: Er sei für Regierungskontakte und regionale Aktivitäten außerhalb der Schweiz verantwortlich. Eine Rückkehr in die Politik schließt Rösler für sich allerdings aus.

Daniel Bahr zurück nach Deutschland

Daniel Bahr
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Ex-Gesundheitsminister Daniel Bahr bleibt weiterhin thematisch seinem Amt treu. Ab dem 1. November wird er für die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) als Generalbevollmächtigter tätig. Vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht soll er dort nach einer Einarbeitungszeit für die Bereiche Leistungsmanagement und "zentrale Vertriebskoordination" in den Vorstand berufen werden.

Zuvor hatte er in den USA als Berater für die US-Regierung gearbeitet, um bei deren Mega-Projekt "Gesundheitsreform" – der "Obamacare" - zu helfen. Bei der Denkfabrik "Center for American Progress" sollte er dazu beitragen, dass die Gesundheitsreform ein Erfolg wird. Außerdem hielt er als Gastdozent an der Universität von Michigan Vorlesungen für Gesundheitsökonomie.

Den 37-Jährigen wird man in seinem gelernten Beruf als Bankkaufmann also wohl nicht mehr hinter dem Schalter sehen. Eine Rückkehr in die Politik schloss Bahr zwar nicht aus, möchte aber von ihr Abstand gewinnen.

Leutheusser-Schnarrenberger in Europa gescheitert

Guido Westerwelle
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Guido Westerwelle, bis Dezember Außenminister und ehemaliger Vizekanzler, versucht es künftig ehrenamtlich. Der 52-Jährige gründete gemeinsam mit Ralph Dammermuth, dem Vorstandschef der United Internet AG eine eigene Stiftung, die "Westerwelle Foundation". Im Januar dieses Jahres ging sie an den Start. Im Sommer 2014 erkrankte Westerwelle an Leukämie und befindet sich derzeit in medizinischer Behandlung.

Mit seiner Stiftung hat er jedoch ambitionierte Ziele, denn seine Stiftung soll zur internationalen Verständigung beitragen und sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und politische Teilhabe einsetzen, wie der Spiegel berichtet. Auch Westerwelle wird daher in naher Zukunft weder in die deutsche Politik noch - als studierter Jurist - in seinen eigentlichen Beruf als Rechtsanwalt zurückkehren

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
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Sabine Leutheusser- Schnarrenberger, die im Berliner Justizministerium zu Hause war, wollte eigntlich nach Europa. Sie war die deutsche Kandidatin für das Amt des Generalsekretärs im Europarat. Leutheusser-Schnarrenberger war bereits von 2005 bis 2010 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Bei den Wahlen für den Generalsekretärs-Posten im Sommer 2014, unterlag sie jedoch dem norwegischen Amtsinhaber Thorbjörn Jagdland .

Derzeit berät Leutheusser-Schnarrenberger den Internetkonzern Google in einem Beirat, der die Privatspähre der Nutzer besser schützen soll.

Dirk Niebel Minister
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Wäre da noch der ehemalige Entwicklungsminister Dirk Niebel. Sein neuer Job sorgte wohl am meisten für Aufsehen. Ab 1. Januar 2015 arbeitet Niebel als Cheflobbyist für den Rüstungshersteller Rheinmetall. Dort soll er die Mitglieder des Konzernvorstandes in Fragen der internationalen Strategieentwicklung und beim Ausbau der globalen Regierungsbeziehungen beraten. Niebel saß für die FDP 15 Jahre im Bundestag. sch





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