München und Oberbayern -

Abschlussfeier für 331 Jungmeisterinnen und -meister Die Nachfolger von Lahm, Müller & Co.

Im Mai ließen die Münchner auf dem Marienplatz die Fußballer vom FC Bayern hochleben. Ende Juli wurden im Alten Rathaus der Landeshauptstadt 331 Jungmeisterinnen und -meister feierlich verabschiedet.

Insgesamt waren 364 Handwerkerinnen und Handwerker, die im vergangenen Jahr in den Münchner Meisterschulen am Ostbahnhof die Schulbank gedrückt hatten, zu den Prüfungen angetreten. 91 Prozent bestanden und bekamen ihre Zeugnisse.

Handwerkskammerpräsident Heinrich Traublinger, MdL a. D., zeigte sich in seiner Rede zufrieden, dass die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer Studie die unverzichtbare Bedeutung der beruflichen Bildung deutlich herausgestellt hat. Die OECD-Autoren hatten festgestellt, dass die Arbeitslosenquote von Meistern, Fachschulabsolventen und Technikern in Deutschland zu den niedrigsten im OECD-Raum gehören.

"Das hohe Qualifikationsniveau der Handwerksmeister ist die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Der Meisterbrief steht für Fachkompetenz, Unternehmertum und das Schaffen von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine solide und ebenso gründlich in die Breite wie in die Tiefe gehende Meisterfortbildung das A und O", betonte Traublinger. Er dankte neben den Jungmeisterinnen und -meistern auch den Lehrkräften und den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse für ihren Einsatz.

"Leistungswettbewerb auf hohem Niveau"

Kritik äußerte der Kammerpräsident an den jüngsten Forderungen der Europäischen Kommission zur Liberalisierung der regulierten Berufe: "Ich verstehe nicht, dass schon wieder die Forderung laut wird, den Wettbewerb in bestimmten Handwerken zu fördern und vorgebliche Marktzutritts-Barrieren abzubauen. Es geht anscheinend nicht in die Köpfe der Eurokraten in Brüssel, dass im Handwerk sehr wohl ein Leistungswettbewerb auf hohem Niveau herrscht und die Handwerksordnung die Grundlage für die bewährte Qualitätsarbeit der Betriebe ist." Eine Schwächung des Meisterbriefes würde sich laut Traublinger verheerend auf die Zahl der Auszubildenden und die Qualität der Ausbildung auswirken.

Münchens Zweite Bürgermeisterin Christine ­Strobl überbrachte die Glückwünsche der Landeshauptstadt: "Es freut mich ganz besonders, dass ich dieses Jahr so vielen Absolventinnen und Absolventen der Meisterschulen am Ostbahnhof zu ihrem Abschluss gratulieren darf." Strobl nannte die 81 beruflichen Schulen der Landeshauptstadt das "wichtigste Standbein der kommunalen Bildung." Seit Eröffnung der Meisterschulen vor 45 Jahren seien dort rund 13.000 Meisterinnen und Meister ausgebildet worden.

Georg Junior, Schulleiter der Meisterschulen am Ostbahnhof, machte in seiner Rede deutlich, dass man die jungen Handwerker nicht nur auf das erfolgreiche Bestehen der Meisterprüfung vorbereitet, sondern ihnen darüber hinaus noch einige Zusatz-Qualifikationen mitgegeben habe, die sie für eine erfolgreiche berufliche Zukunft in Führungspositionen und nicht zuletzt auch als selbstständige Unternehmer benötigen.

Junior hob die durch die Handwerkskammer geschaffenen sehr guten Ausbildungsbedingungen hervor. "Die Unterrichtsmittel sind technisch auf dem neuesten Stand und werden laufend modernisiert. Einen herzlichen Dank dafür an die Handwerkskammer." Weiter lobte er, dass die Meisterschulen von der Stadt München mit hervorragenden Lehrkräften versorgt werden.

Durchschnittsalter 25 Jahre

Das Durchschnittsalter der Meisterschüler liegt bei 24,9 Jahren. Der älteste Meister ist 56 Jahre, die jüngsten noch keine 20. In München wohnen rund 20 Prozent der Absolventen. Der Hauptteil kommt mit circa 65 Prozent aus Oberbayern. Knapp 68 Prozent finanzierten ihre Weiterbildung über das Meister-BAföG. 35 Prozent planen, sich selbstständig zu machen. Im Einzelnen bestanden 117 Elektrotechniker, 32 Friseure, 22 Feinwerkmechaniker, 16 Informationstechniker, 92 Installateure und Heizungsbauer, 15 Landmaschinenmechaniker, 22 Metallbauer und 15 Zahntechniker ihre Meisterprüfungen.

Die Klassenbesten der Meisterschule Elektrotechnik und Informationstechnik sind Martin Widemann, Bernhard Tegel, Simon Wieser, Robert Hiereth und Adrian Voswinckel. In den Klassen der Meisterschule Friseure erzielten Franziska Mechling und Günther Zaglauer die besten Noten. In der Meisterschule Feinwerkmechanik landete Lukas Ottinger auf dem ersten Platz.

Die Klassenbesten der Meisterschule Installateure und Heizungsbau heißen Florian Schnappinger, Peter Jegg, Markus Zercher und Lukas Boos. Die beste Note in der Meisterschule Elektrotechnik und Informationstechnik erreichte Michael Brandt. Der Beste in der Meisterschule Landmaschinenmechanik war Hermann Schwankner. Mit einem Notenschnitt von 1,09 erzielte er die beste Note aller Absolventen. In der Meisterschule Metallbau landeten Alexander Say und Johannes Schube ganz vorne. Die besten Noten in der Meisterschule Zahntechnik bekam Veronika Hirschfeld.

Die Meisterschulen am Ostbahnhof sind eine gemeinsame Einrichtung der Handwerkskammer für München und Oberbayern und der Landeshauptstadt München. Weitere Informationen gibt es im Internet unter meisterschulen-mchn.de.

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