Meisterstücke -

Meisterfeier Die Bayern-Schale macht der Meister

Sie verleiht dem deutschen Fußballmeister erst den richtigen Glanz: die Meisterschale. Und die Replikas der Schale kommen selbst von Meisterhand. Die Bremer Silberschmiede Koch & Bergfeld hat sie jetzt exklusiv für den FC Bayern München fertiggestellt. Und nicht nur das machen die Handwerksmeister im Fußball.

Als der FC Bayern im Frühsommer 2013 das so genante "Triple" schaffte, konnte Florian Blume nur müde lächeln – er hatte es schon längst.

Ob Meisterschale, DFB- oder Champions-League-Pokal: Wenn ein Bundesligaclub fürs Vereinsmuseum die Replik einer Trophäe haben möchte, dann bekommt Florian Blume dafür den Auftrag. Er ist Geschäftsführer von Koch & Bergfeld Corpus in Bremen, der ältesten Silberwarenmanufaktur Deutschlands.

Gleichzeitig ist Florian Blume Partner der Deutschen Fußball-Liga. Nur sein Betrieb ist in der Lage und hat das Recht, originalgetreue Nachbildungen der Meistertrophäen herzustellen.

FC Bayern München ist bester Kunde

45 Pokale, darunter 21 Meisterschalen, waren es allein schon für das Vereinsmuseum des FC Bayern. Die 22. kommt jetzt hinzu. Weitere Exemplare der Schale besitzen unter anderem der VfL Wolfsburg und der SV Werder Bremen. Auch der VfB Stuttgart stand im Meisterjahr 2007 in Verhandlungen, entschied sich aber letztlich dagegen: Die Schwaben wollten den Wert eines Mittelklassewagens dann doch nicht investieren. Jede Schale besteht aus fünf bis sechs Kilogramm echtem Silber und grünen Turmalin-Edelsteinen.

Acht bis zehn Arbeitswochen vergehen, ehe eine glatte Silbertafel durch alle Hände des Betriebs gegangen ist und zu einer Meisterschale wird. Ein Metalldrücker presst das Silber vorsichtig in Form, bis sowohl die Schale als auch die Aufsätze und Buchstaben fertig sind. Sie werden graviert, montiert und poliert. Am Ende entsteht eine Meisterschale, die zwar um fünf Prozent kleiner ist als das Original, aber ansonsten exakt gleich aussieht – nach Zeichnungen, die Koch & Bergfeld Corpus selbst angefertigt hat.

"Wenn man die Idee hat, das traditionelle Handwerk ins neue Zeitalter zu bringen, muss man neue Wege gehen", ist sich Florian Blume sicher. Er hat das Unternehmen vor acht Jahren übernommen. Mit seinem Konzept der gläsernen Werkstatt ist ihm das gelungen. Wer möchte, kann den Silberschmieden bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Fußball, Formel eins, Fernsehpreise

Auch die Trophäen tragen dazu bei, das Handwerk in der Öffentlichkeit zu präsentieren: "Wir werden immer schon angesprochen, weil es mittlerweile bekannt ist, dass wir in dem Bereich tätig sind. Wir sind ein ganz kleiner Betrieb, der sich kein richtiges Marketing leisten kann. Deshalb ist das überlebenswichtig für uns."

Koch & Bergfeld Corpus hat nicht nur Anfragen aus dem Fußball. Auch die originalen "Goldenen Kameras" des gleichnamigen Fernsehpreises kommen aus der Bremer Manufaktur. Und einen Pokal für die Formel 1 haben die Silberschmiede auch schon angefertigt. Den hat Sebastian Vettel gewonnen. Bei welchem Rennen, das weiß Florian Blume allerdings nicht. Er interessiert sich nicht so für Sport.

Champions-League-Pokal selbst entworfen

Dass der FC Bayern München eine der begehrtesten Trophäen im Fußball – den Uefa-Champions-League-Pokal –  2013 nach Deutschland zurückgeholt hat, das weiß aber auch er. „Da haben wir natürlich mitgefiebert“, erzählt Florian Blume. Denn die Meisterschalen von Koch & Bergfeld Corpus sind nur Nachbildungen eines Entwurfs, den Elisabeth Treskow im Jahr 1949 in der Werkschule Köln angefertigt hat.

Der Champions-League-Pokal aus dem Jahr 1967 hingegen stammt von Koch & Bergfeld Corpus. Keine Replik – sondern das Original.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten