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Fotograf portraitiert Menschen mit Mund-Nasen-Schutz "Die meisten gefallen sich mit Maske besser als ohne"

Mal sind die Stoffe bunt, mal schlicht, mal extravagant: Der Würzburger Fotograf Thomas Berberich hat für ein gemeinnütziges Projekt hunderte Menschen mit Masken portraitiert. Wie der Fotograf auf die Idee zu #mynewface kam, welche Bedeutung hinter den Bildern steckt und was das Fotografieren so besonders machte.

Rosa Flamingos zeigt die eine. Eine andere ist schlicht schwarz gehalten. Auf einer dritten steht in schwarzen Buchstaben geschrieben "PROUD TO BE A NURSE". Gemeint sind drei der insgesamt 305 Masken, die Fotograf Thomas Berberich in seiner Fotoserie #mynewface verewigt hat. Die Masken hat der Würzburger gemeinsam mit ihren Trägern im Rahmen des gemeinnützigen Projekts auf Portraitbildern festgehalten. Die Bedeutung hinter der Aktion: "Ich wollte mit den Fotos zeigen, dass das Leben der Menschen trotz Corona weitergeht", so Berberich.

Projektidee entstand aufgrund abgesagter Aufträge

Den Einfall zu #mynewface hatte Berberich, als ihm aufgrund der Corona-Krise fast alle Aufträge wegbrachen. "Als dann auch die Golfplätze geschlossen wurden, habe ich mir überlegt, wie ich meine sonst Zeit nutzen kann", so der leidenschaftliche Golfspieler. Als er schließlich auf die Idee zu seiner Fotoserie kam, stimmte er sie zunächst mit Freunden ab – unter anderem mit dem befreundeten Webdesigner Alexander Deß, der für das Projekt eigens eine Website entwarf. "Das ging alles ganz schnell. Innerhalb von einem Tag stand die Website. Dann habe ich erst einmal zwölf Freunde als Testimonials fotografiert." Da man sich in Würzburg untereinander gut kenne, habe sich das Projekt schnell herumgesprochen. Interessierte meldeten sich von selbst: "Am Ende musste ich sogar eine automatische E-Mail-Absage einrichten, weil so viele Anfragen kamen."

Auch auf Social Media, wo der Fotograf die Fotos gemeinsam mit kurzen Geschichten zu den Portraitierten teile, kam das Projekt gut an. Denn: So unterschiedlich die Masken, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die Berberich fotografiert hat. Die Bilder zeigen Personen von jung bis alt, "Ottonormalverbraucher", aber auch bekannte Persönlichkeiten wie den Würzburger Oberbürgermeister und Bischof. "Über die Corona-Krise haben wir während dieser Zeit aber kaum gesprochen. Viele Menschen waren eher von der Erfahrung überrascht, so nah portraitiert zu werden", berichtet der Fotograf.

Fotoprojekt #mynewface: 11 besondere Masken-Portraits

Erlös geht an die Würzburger Kindertafel

Insgesamt fünf Wochen dauerte das Projekt. An 17 Tagen fotografierte Berberich täglich um die 20 Personen – insgesamt waren es 304 Menschen und ein Nilpferd. Bei Letzterem handelte es sich um die Handpuppe eines berühmten Würzburger Bauchredners. Trotz Nahaufnahmen hat der Fotograf beim Fotografieren den nötigen Abstand eingehalten und Wert auf die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen gelegt. Die entstandenen Bilder können die Teilnehmer frei nutzen. Voraussetzung für jedes Einzelshooting: Eine Spende von mindestens 50 Euro. "Die meisten haben sogar mehr gespendet. Im Durchschnitt waren es 73 Euro", so der Fotograf. Alle Portraitierten mussten das Geld direkt an die Würzburger Kindertafel überweisen: Insgesamt seien 22.500 Euro zusammengekommen.

Maske als besonderes Accessoire

Brauchte es eine besondere Technik beim Fotografieren von Menschen mit Masken? "Nein, aber aufgrund der Masken ging das Fotografieren sehr schnell. Die meisten Menschen gefallen sich mit Maske besser als ohne.“ So verdecke sie z. B. Falten, Flecken auf der Haut oder ein schiefes Lächeln.

Einge der Masken sind Berberich besonders in Erinnerung geblieben: "Die klinischen Masken in Grün und Blau wirken auf den Bildern besonders intensiv. Aber am allermeisten mag ich die Kombination aus grauen Haaren und rot-schwarzer Maske. Das sieht einfach klasse aus." Viele hätten sich bei der Auswahl der Bedeckungen besondere Mühe gegeben, so der Fotograf. Eine junge Frau z. B.: "Sie hatte als Accessoire ein Geschenkband von Chanel an die Maske genäht." Auch eine Frau mit Down-Syndrom sei herausgestochen: Farblich passend zur Maske trug sie einen Rosenkranz im Haar.

Buch und Fotoausstellung in Planung

Berberichs Fazit zum Projekt: "Ich habe zwar in diesen Monat keine einzige Rechnung geschrieben, aber es war trotzdem eine geile Zeit." Alle 305 Bilder kann man sich auf der Homepage des Projektes #mynewface ansehen.

Und obwohl die Fotoshootings beendet sind, geht die Aktion weiter: Geplant seien laut Berberich unter anderem ein Bildband, in denen alle Fotos festgehalten werden sowie eine Fotoausstellung, die eventuell im Würzburger Rathaus stattfinden soll.

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