Umwelt + Energie -

Rapex Bericht der EU-Kommission Die Gefahr kommt aus dem Kleiderschrank

Im vergangenen Jahr registrierte das Warnsystem Rapex der Europäischen Kommission, das Verbraucher in der EU schützen soll, mehr gefährliche Waren als 2011. Vor allem Kleidung und Spielsachen waren darunter.

Giftiges Spielzeug, mit Chemikalien verseuchte Kleidung oder entflammbare Elektrogeräte: 2.278 gefährliche Waren hat das Warnsystem "Rapid Alert System for Non-Food Consumer Products", kurz Rapex der Europäischen Kommission im Jahr 2012 registriert. Das sind 26 Prozent mehr als 2011 und liegt etwa auf dem Niveau von 2010. Die Behörden warnten die Verbraucher mit Rückrufaktionen, nahmen die Produkte vom Markt oder verhängten Verkaufsverbote.

Ein Grund für den Anstieg sind laut EU-Kommission bessere Kontrollen. EU-Verbraucherschutzkommissar Tonio Borg sagte: "Die Produkte, die in die Hände der europäischen Verbraucher kommen, sind sicher." 2011 war die Zahl der Warnungen erstmals seit 2004 vorübergehend zurückgegangen.

Viele Textilien, Spielsachen und Elektrogeräte registriert

Knapp 1.940 der als gefährlich eingestuften Produkte stellten eine ernstzunehmende Gefahr für Verbraucher dar. Mehr als die Hälfte der Waren stammten aus China. "Die hohe Zahl entspricht dem Handelsvolumen mit China", sagte Borg zur Begründung. Mehr als 90 Prozent aller in der EU verkauften Spielsachen komme aus chinesischer Produktion.

Aus Europa stammten 17 Prozent der Produkte. Auch Deutschland hat daran seinen Anteil: Drei Prozent der gemeldeten Waren kamen von deutschen Herstellern. Am Häufigsten scheint von Kleidung und Textilien, die Allergien auslösen oder krebserregende Stoffe enthalten, Gefahr auszugehen (34 Prozent). Auch Spielsachen wurden oft als gefährlich gemeldet (19 Prozent).An dritter Stelle stehen Elektrogeräte, die beispielsweise defekte Netzteile hatten oder leicht entflammbar waren. Auch schädliche Kosmetikprodukte (4 Prozent) wurden im Warnsystem registriert.

Rapex ist eine Datenbank, mit der sich die 27 EU-Staaten sowie Liechtenstein, Island und Norwegen seit 2004 gegenseitig vor gefährlichen Produkten warnen. Das Warnsystem umfasst Konsumgüter mit Ausnahme von Lebensmitteln und Medikamenten. Gefährliche Waren sollen dadurch schnell in ganz Europa vom Markt verschwinden. Über solche Maßnahmen entscheiden die Länder aber selbst. sch/dpa

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten