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Der Social-Media-Check Die besten Apps für Handwerker

Snapchat: Jugend-App auf dem Weg nach oben

Snapchat ist die App mit dem Geist als Logo, der auf immer mehr Smartphones herumspukt – Tendenz steigend. Zunächst als reine App für die junge Zielgruppe unter 25 abgetan, nutzen immer mehr Unternehmen Snapchat zu Marketing-Zwecken. Der Clou: Versendete Bilder und Videos werden nach maximal zehn Sekunden wieder gelöscht. Damit sinkt die Hemmschwelle, auf Snapchat zu interagieren. Nachteil: Kreative Ideen haben auf Snapchat eine kurze Lebensdauer. Jedoch besteht auch die Möglichkeit, sogenannte "Geschichten" zu veröffentlichen, die immerhin 24 Stunden abrufbar sind. Das Handwerk nutzt die App bislang zögerlich.

Snapchat Social Media Check

Via Snapchat Lehrlinge finden

Snapchat gilt als eine der erklärungsbedürftigsten Apps, jedoch finden sich im Netz inzwischen zahlreiche Tutorials für Einsteiger, zum Beispiel von  Philipp Steuer. Handwerksbetriebe, die Snapchat für sich erobern wollen, brauchen zunächst "Freunde". Ködern lassen sich selbige mit witzigen, persönlichen Snaps aus dem Handwerks-Alltag, Gutscheinen oder Gewinnspielen. Gefragt ist bei Snapchat Reaktionsschnelligkeit, Kreativität und die Bereitschaft, Blicke hinter die Kulissen zu gewähren. Wer kamerascheu ist, kann bei Snapchat auf lange Sicht keine Punkte sammeln. Im Handwerk bietet sich die "Teen-App" Snapchat Betriebe an, die auf der Suche nach Auszubildenden sind: Jugendliche erhaschen einen Blick hinter die Kulissen des potenziellen Arbeitgebers und ein unkomplizierter, amüsanter Erstkontakt via Snapchat entsteht.

Kurz & knapp: Spielerei oder ernstzunehmender Marketing-Kanal? Es bleibt spannend, in welche Richtung sich Snapchat weiter entwickelt. In jedem Fall können Handwerksbetriebe die junge Zielgruppe unter 25, also potenzielle Lehrlinge, über Snapchat erreichen.

WhatsApp – Chatten mit dem Chef

WhatsApp hat die SMS und vielfach sogar Telefon oder E-Mail abgelöst: Auf privater Ebene werden via WhatsApp Nachrichten, Bilder, Audio-Dateien oder Videos verschickt – an eine Person oder an eine ganze Gruppe. Etwa eine Milliarde Nutzer weltweit hat der Messenger inzwischen zu verzeichnen. Auch auf Geschäftsebene ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, Mitarbeiter via WhatsApp mit den neuesten Informationen zu versorgen. Hotels bieten Zimmerreservierung per Whatsapp an, Zeitungen senden ihren Lesern die wichtigsten Nachrichten über den Messenger.

WhatsApp Social Media Check

Kundenkommunikation via WhatsApp? Absprache nötig

Auch für Handwerksbetriebe sind die Vorteile einer Kommunikation über WhatsApp unter Kollegen oder gar mit dem Kunden nicht von der Hand zu weisen: Baustellen-Bilder, um für den Chef oder anderen Mitarbeitern die Gegebenheiten vor Ort zu demonstrieren oder eine kurze Nachricht vom Kunden an den Handwerker des Vertrauens bei einem akuten Problem. Wichtig ist, sich im Vorfeld schriftlich abzusichern, ob der Kontakt über WhatsApp gewünscht ist. Wenn Kunden die Initiative ergreifen und Betriebe anschreiben, ist keine extra Vereinbarung notwendig.

Kurz & knapp: Hilfreicher Messenger für die Kommunikation im Betrieb und mit Kunden – aus Rechtsgründen aber nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung.

Test-Fazit

So spannend die Entwicklungen und so vielversprechend die Chancen in den sozialen Netzwerken für Handwerksbetriebe sind – wer keine Spur digitaler Nerd ist, sollte sich genau überlegen, ob er Apps wie Facebook, Twitter und Co für seine Marketing-Strategie einsetzen will und ausreichend zeitliche Lücken in seinem Arbeitsalltag zum regelmäßigen Bespielen der Kanäle findet. Vernachlässigte Accounts werden von Kunden schnell entfolgt und werfen kein gutes Licht auf den Betrieb. Der Realitäts-Check zeigt: Je nach Zeitbudget, sollten Handwerker sich zunächst auf einen Account konzentrieren – und ganz nebenbei das persönliche Gespräch mit dem Kunden nicht unterschätzen.

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