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Arbeitsschutz DGUV-Statistik: Arbeitsbedingter Hautkrebs hat zugenommen

Insgesamt ist das Risiko von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten im vergangenen Jahr weiter gefallen. Dies gilt allerdings nicht für Hautkrebs.

Entgegen des allgemeinen Trends bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten haben die Fälle von arbeitsbedingtem Hautkrebs im vergangenen Jahr zugenommen. Dabei müsste dies nicht so sein. „Heller Hautkrebs ist vermeidbar“, sagte Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zur Jahresbilanz. Die Risiken durch UV-Strahlung ließen sich durch technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen gut in den Griff bekommen, ergänzte er mit Blick auf die 2017 verzeichnete Zunahme von 165 auf 3.887 Fällen von arbeitsbedingten Hautkrebs.

Berufskrankheiten rückläufig

Unter dem Strich sind die Berufskrankheiten nach den Angaben der DGUV um 4,9 Prozent auf 38.080 Fälle zurückgegangen. So konnte bei den am häufigsten vorkommenden arbeitsbedingten Hautekzemen ein Rückgang auf 18.400 (Vorjahr: 19.641) Fällen verzeichnet werden. Weniger Fälle gab es auch bei Lärmschwerhörigkeit. Sie wurde 6.649 (6.850) Mal festgestellt. Zurückgegangen ist auch die Zahl der durch den Kontakt mit Asbest verursachten Berufskrankheiten. Sie sanken von rund 4.100 Fällen im Jahr 2016 auf 3.700.  Allerdings sei Asbest noch immer für die Mehrheit der durch Berufskrankheiten verursachten 2.580 (2.573) Todesfälle verantwortlich.

Nie war das Risiko eines Arbeitsunfalls niedriger als 2017

Positiv bewertete Breuer die Entwicklung der Unfallstatistik. Danach hat sich die relative Unfallquote auf 21,16 (21,89) meldepflichte Arbeitsunfälle je 1000 Vollarbeiter verringert. „Die Entwicklung zeigt, dass Fortschritte möglich sind“, unterstrich Breuer. Nie sei das Risiko, einen arbeitsbedingten Unfall zu erleiden, niedriger gewesen als 2017. Dieser Rückgang lasse sich mit Ausnahme auf den Handel in allen Branchen beobachten. Dabei liege das Unfallrisiko im Bau- und Verkehrssektor mit einer Unfallquote von rund 50 Prozent branchenbedingt höher als der Durchschnitt. Im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung dagegen deutlich darunter. Insgesamt gab laut DGUV rund 873.000 meldepflichte Arbeitsunfälle und damit 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei kamen 451 Menschen bei Arbeitsunfällen ums Leben. 

Durchschnittlicher Beitragssatz auf historischem Tief

Wie die DGUV weiter mitteilte, sind die Aufwendungen für Prävention, Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und Verwaltung 2017 um rund 2,2 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro gestiegen. Gleichwohl habe Unfallversicherung den durchschnittlichen Beitragssatz 1,16 (Vorjahr: 1,18) Euro je 100 Euro Lohnsumme gesenkt. Er sei damit so niedrig wie noch nie ausgefallen. Wie Breuer weiter sagte, ist dies aber auch auf die gute konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen. Insgesamt hätten die Entgelte, auf deren Grundlage die Beiträge berechnet werden, im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf rund eine Billion Euro zugenommen. bir

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