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Deutscher Nutzfahrzeugpreis

Alle zwei Jahre vergeben die Deutsche Handwerks Zeitung und handwerk magazin den Deutschen Nutzfahrzeugpreis. 1992 zum ersten Mal verliehen, genießt der Preis inzwischen eine hohe Wertschätzung in der Autoindustrie. Das liegt vor allem an einer Besonderheit: Über die Vergabe des Preises entscheiden Praktiker aus dem Handwerk, die alle Bewerber-Fahrzeuge auf ihre Tauglichkeit für den Betriebsalltag testen.

Die Vorbereitung

Vertreter von Deutsche Handwerks Zeitung und handwerk magazin, den beiden Wirtschaftstiteln des Verlages Holzmann Medien, legen gemeinsam mit einer unabhängigen Jury zunächst die Fahrzeugkategorie fest (2016 waren es Kastenwagen mit Dieselantrieb bis 3 Tonnen Gesamtgewicht sowie rein elektrisch betriebene Stadtlieferwagen). Danach werden sowohl die Hersteller als auch die Handwerker zur Teilnahme am Wettbewerb aufgerufen.

Alle gemeldeten Fahrzeuge, die die Ausschreibungsbedingungen erfüllen, werden von den Herstellern für den zweitägigen Test in Bad Wörishofen zur Verfügung gestellt. Sie sind dafür in der Regel mit halber Nutzlast zu beladen.

Eine Auswahl der Handwerker, die sich beworben haben, wird zum Testwochenende nach Bad Wörishofen eingeladen. Ihre Zahl hängt von der Anzahl der zu testenden Fahrzeuge ab. Bei der Auswahl wird vor allem auf Branchenvielfalt geachtet. Handwerker aus der Kfz-Branche sind ausgeschlossen.

Der Test

Der Test läuft über zwei Tage. Am ersten Tag, dem Standtest, werden die Fahrzeug nicht bewegt. Zu beurteilen sind Fahrerkabine, Laderaum sowie der Bereich Design, Wartung und Reparatur.

Jeder Handwerker muss jedes Fahrzeug anhand eines umfangreichen Fragebogens beurteilen. Die Fragen wurden von der Jury erarbeitet, die dafür auch ein ausgeklügeltes System zur Auswertung entwickelt hat. An jedem Fahrzeug steht ein Ansprechpartner des Herstellers bereit, der spezielle Fragen der Tester beantworten kann.

Am zweiten Tag folgt der Fahrtest. Dabei muss wieder jeder Handwerker jedes Fahrzeug über eine vorgegebene Strecke fahren. Die Teststrecke hat eine Länge von rund 20 Kilometern und beinhaltet sowohl Landstraßen, Ortsdurchfahrten sowie ein Stück Autobahn. Danach ist wieder ein Fragebogen auszufüllen. Die Teststrecke für die Elektro-Fahrzeuge ist in etwa halb so lang.

Jury und Auswertung

Nach dem Test beginnt die Hauptarbeit der Jury. Sie setzt sich zusammen aus einem Fachjournalisten und einem Vertreter der Dekra. Die Sachverständigen-Organisation steuert auch eine Wirtschaftlichkeitsrechnung bei, die in der Regel bis zu 20 Prozent in das Urteil einfließt.

Die Preisverleihung

Der Preis wird während der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover durch Verleger Alexander Holzmann und dem Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) überreicht. Schirmherr ist der Bundesverkehrsminister. 2016 wurde der Mercedes-Benz Vito als Nutzfahrzeug des Jahres gekürt. Erstmals gab es bei der 13. Auflage des Wettbewerbes einen Sonderpreis für Elektrofahrzeuge. Hier gewann der Nissan e-NV200.

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