Südthüringen -

Absorptionskälteanlage Deutschen Kältepreis gewonnen

Unter den neun, mit dem Deutschen Kältepreis 2018 ausgezeichneten Preisträgern belegte die EAW Energieanlagenbau GmbH Westenfeld gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner ILK Dresden gGmbH für die Neuentwicklung einer Wasser-Lithium-Bromid-Absorptionskälteanlage den zweiten Platz in der Kategorie „Kälte- oder klimatechnische Innovation“.

Anlässlich der Energietage 2018 in Berlin nahmen Christian Kemmerzehl, EAW-Leiter Entwicklung und Forschung, und Lutz Richter vom Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) Dresden auf der Auszeichnungsveranstaltung den Preis aus den Händen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze entgegen, der mit 5.000 Euro Preisgeld dotiert ist.

Jury würdigt Vorzüge der neuen Anlage

In der Begründung der Jury zur Preisverleihung heißt es, „dass Absorptionskälteanlagen meist mit Wasser als Kältemittel arbeiten, was umweltfreundlich, aber vergleichsweise auch teuer ist. Außerdem sind bisherige Anlagen recht groß. Der nun entwickelte Absorber wurde kleiner und leichter konzipiert als vergleichbare Anlagen und ist daher vom Preis deutlich günstiger.“ Entsprechend groß war die Freude bei den Entwicklern. EAW-Geschäftsführer Gregor Weidner äußerte sich „sehr zufrieden“ mit dieser Anerkennung.

„Wir haben uns die Idee schützen lassen und hoffen nun auf eine technologische Vorreiterrolle“, sagte er. Sein Vater Roland, einer der ehemaligen Geschäftsführer und Väter der Entwicklung der Absorptionskälteanlagen, bezeichnete den Preis als „Königsdisziplin“ der Auszeichnung. Christian Kemmerzehl beschrieb den Erfolgsweg mit dem Einbau neu entwickelter Plattenwärmetauscher anstelle der bisher verwendeten Kupferrohr-Spiralen. „Als erstes und bislang einziges Unternehmen weltweit“, sagte er. Die neuen Wärmetauscher ermöglichen die platzsparende Bauweise und den innovativen Betrieb.

Erfolgreicher Weg soll fortgesetzt werden

Seit 1994 arbeitet das Unternehmen an der Forschung und Entwicklung der Absorptionskältetechnik. Der Weg begann mit dem Bau von BlockHeizkraftwerken (BHKW). 600 solcher Anlagen hat das Handwerksunternehmen bis heute errichtet. Der Durchbruch kam mit dem Bau und dem Einsatz von Absorptionskälteanlagen, die mit BHKW gekoppelt werden und deren Abwärme in Kühlung umgewandelt werden kann.

Die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung war auf den Weg gebracht und die Entwicklung einer neuen Generation von Absorptionskältemaschinen begann. Seit 2004 hat das Unternehmen rund 200 Absorptionskältemaschinen gebaut. Zum Einsatz kommen sie zur Klimaregelung in Gebäuden, auf Schiffen und zur Kühlung von Waren und Gütern aller Art.

Geringere Größe und Gewicht eröffnen weitgehende Möglichkeiten für Transport, Montage und Service, auch in bisher unzugängliche Gebäude und Räume. „Das alles war nur möglich, weil wir von Anfang an starke und verlässliche Partner hatten“, dankte Gregor Weidner allen Beteiligten. Die Auszeichnung werde dazu beitragen, den eingeschlagenen Weg in der Absorptionskältetechnik zielstrebig fortzusetzen.

Bereits 2011 hatte der Unternehmensverbund WEGRA Anlagenbau und EAW Energieanlagenbau Westenfeld den Deutschen Kältepreis in der Kategorie „Klimafreundliche kältetechnische Sonderanwendungen“ für die Entwicklung und den Bau der ersten seetüchtigen Absorptionskälteanlage erhalten.

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