Erfurt -

Wachszieher Detlef Koch sorgt für Weihnachtsstimmung

Kaum ein anderes Licht verbreitet so viel Weihnachtsstimmung wie der Kerzenschein. In seiner Werkstatt im Weimarer Land stellt Detlef Koch seit fast 20 Jahren Kerzen her.

Die Formen sind endlos: kugel- und zylinderförmig, rechteckig, quadratisch, normale und gedrehte Tafelkerzen. Auch viele ungewöhnliche Varianten zählen zu seinem Sortiment. Zusätzlich stellt er Teelichter her, „zu Tausenden“ wie er selbst sagt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie gleichmäßig abbrennen und der Docht nicht umfällt. „Andere Teelichter brennen oft ungleichmäßig ab. Eine Weihnachtspyramide kann schnell Feuer fangen wenn sie sich nicht mehr dreht, weil nur noch ein Teelicht brennt“, erklärt er.

Zurzeit gießt Koch zusätzlich spezielle Weihnachtskerzen: Tannenbäume, Sterne, Engel und Pyramiden. Um die Kerzen herzustellen, muss Koch das Paraffin zunächst erwärmen und flüssig machen. Anschließend wird das Wachs je nach Wunsch eingefärbt. Dazu löst er Pulver oder Granulat auf und mischt es wenn nötig mit anderen Farben.

Bei der Wahl der Farbe lässt er sich auf Messen inspirieren oder richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen seiner Kunden. Das flüssige und gefärbte Wachs wird dann in eine Form gegossen, in die er vorher einen Docht gehängt hat. „Dafür verwende ich Rouladennadeln. Die Nadeln aus DDR-Zeiten waren spitzer und dadurch besser geeignet. Die Nadeln, die es heutzutage zu kaufen gibt, muss ich selbst richtig anspitzen“, erklärt der Döbritscher. Nur mit einer scharfen Spitze kann er die Dochte anpieksen.

Die Nadeln legt er dann quer über die Öffnung der Form, so dass der Docht in der Mitte hängt. Die Formen zum Gießen stellt er entweder aus Silikon oder Alu selbst her. Sie werden mit Paraffin bis zum Rand vollgegossen. Nach einer Weile gießt er ein zweites Mal nach, damit sie wirklich alle gleichmäßig gefüllt sind. Zum Schluss zieht er die Rouladennadeln heraus und entfernt die Form.

Seine Kerzen vertreibt er auf Messen und Weihnachtsmärkten. Zusätzlich liefert er regelmäßig auf Bestellung, z.B. ins Erzgebirge oder an ein Gothik-Geschäft in Leipzig, für das er eigens schwarze Teelichter und Stumpfkerzen anfertigt. Seine Kerzen zeichnen sich dadurch aus, dass sie durchgefärbt sind. „Industriell hergestellte Kerzen sind innen weiß und nur außen gefärbt. Aufgrund meiner Farben und Formen habe ich im Prinzip keine Konkurrenz“, erklärt der 62-Jährige. In diesem Jahr bietet er mit seiner Frau unter anderem auf den Weihnachtsmärkten in Naumburg und Voll­radisroda seine Kerzen an.

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