Meisterstücke -

Maßschneiderin fertigt historische Gewänder Des Kämpfers neue Kleider

Trotz aller Genauigkeit ist Patricia Honold für Kompromisse zu haben. "Die Kleider müssen historisch korrekt aussehen – aber ich verwende durchaus moderne Hilfsmittel", erklärt sie und zeigt das halbfertige Kleid einer Marketenderin: "Hier habe ich zum Beispiel Kunstveloursleder verwendet. Das ist leichter als Echtleder, lässt sich waschen und färbt nicht aus, wenn es nass wird." Optisch gibt es keinen Unterschied und die Kundin ist froh über den günstigeren Preis.

Bis zu 60 Stunden für Kleid und Mantel

Viel Geld lassen sich die Mindelheimer ihr Fest kosten. Für das edle Renais­sance-Kleid verlangt Honold rund 2.000 Euro von der privaten Auftraggeberin, die Hälfte davon sind Materialkosten. Wie viel der offizielle Auftrag des Frundsbergfestrings einbringen wird, ist noch gar nicht klar. Allein am Kleid und dem Mantel der Anna von Polen arbeiten Honold und ihre Gesellin 40 bis 60 Stunden. Ulrich II. von Teck bekommt nicht nur ein Ausgehgewand, sondern wird auch eine Rüstung tragen. Hierunter braucht er einen Gambeson, ein dick wattiertes Oberteil, das seinen Körper vor dem Gewicht der Rüstung schützt. Dazu kommen ein Prachtgürtel, ein mit Hermelin überzogener Hut und ein großer Mantel.

Ihr Gefühlsleben während der heißen Phase vor dem Fest beschreibt Honold mit einem Grinsen: "Am Anfang mache ich die Arbeit mit den historischen Kleidern unheimlich gern. Gegen Ende nervt es. Aber nach drei Jahren habe ich wieder richtig Lust darauf." Und wenn das Fest vorbei ist, kann endlich wieder der normale Alltag beginnen: das Schneidern exklusiver Damen-, Herren- und Kindermode – und mehr Ruhe für ihre knapp 9 und 1 Jahre alten Söhne.

Mehr Informationen über Patricia ­Honold gibt es unter ready-to-wear.de.

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