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Vorarlberg Der Holz-Clog wird großstadttauglich

Alte Traditionen müssen gepflegt werden damit sie nicht vergessen werden. Eine Reihe von Handwerkern aus dem Vorarlberg haben sich dies zur Aufgabe gemacht und weihen Interessierte in ihre Fertigkeiten ein.

Im österreichischen Vorarlberg sind eine Reihe von Handwerkern ansässig, die alte Traditionen weiterleben lassen, neu interpretieren und Besucher gerne in ihre Künste und Fertigkeiten einweihen.

Im Bregenzerwald fertigt der Schuhmacher Anton Devich Holz-Clogs. Er hat das Schuhwerk, das man ursprünglich im Stall trug, großstadttauglich gemacht. So stellt er in seiner Werkstatt neben den klassischen auch originelle mit Fell überzogene Clogs oder sogar Stiefel mit Holzsohlen her. Sie schauen vielleicht ungewöhnlich aus, wärmen aber bestens und sind überaus robust.

Schüsseln für Kässpätzle

Fredy Welte, aus der Region Bodensee-Vorarlberg, übt bereits in sechster Generation das Küferhandwerk aus. Früher stellte er Gegenstände für Haushalt und Landwirtschaft her, heute sind es vor allem große Eichenfässer für Hochprozentiges oder Most. Die fürs Vorarlberg typischen "Brenta" oder "Gepse" sind kleine Holzschüsseln, in denen früher Kässpätzle serviert wurden. Diese fertigt er ebenso wie Blumenbottiche, Saunakübel und allerlei andere dekorative Artikel.

Renaissance des Krauthobels

Im Montafon sitzt einer der einzigen und vermutlich auch der letzten Krauthobelhersteller weltweit. Die Gebrüder Dietrich erzeugen seit Generationen die hölzernen, mit einer fein geschmiedeten Schneide versehenen Hobel und exportieren sie in alle Welt. Ursprünglich verließen zahlreiche Montafoner als Saisonarbeiter das Tal, um ihr Geld als Krauthobler zu verdienen. Sie schnitten das Weißkraut in Bottiche, aus dem dann Sauerkraut entstand. Heute erzeugen immer mehr Hobbygärtner ihr eigenes Kraut und so erlebt der Krauthobel eine Renaissance.

Vorarlberger Riebelmais

Es werden aber nicht nur Handwerkskünste weitergepflegt, sondern auch fast vom Teller verschwundene Gaumenfreuden. Aus Maisgrieß entsteht das alte Vorarlberger Gericht "Riebel". Es wird nicht wie Polenta gerührt sondern gekocht und dann mit viel Fett in einer Eisenpfanne knusprig angebraten, bis er "Riebel" bildet. Ähnlich den Streuseln auf einem Streuselkuchen. Die traditionelle Maissorte verschwand fast aus dem Rheintal und wird erst seit 2005 wieder anbebaut. Im Hofladen von Richard Dietrich in Lauterach gibt es neben "Riebel" auch Most, Edelbränden und Dörrobst zu kaufen. dhz

Informationen zu den Traditionshandwerkern

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