Meisterstücke -

Mini-BHKW für fast jeden Einsatz Der Energieversorger

Günstiger Strom vor Ort: Firma Giese aus dem oberbayerischen Puchheim stellt umweltfreundliche Mini-Blockheizkraftwerke für Gewerbe und Privatkunden her.

Fertigung von Mini-BHKW in Puchheim bei Giese
Im Jahr stellt die Firma Giese durchschnittlich 200 Stück ihrer Energatoren her. Alle werden in der eigenen Manufaktur in Puchheim gefertigt. -

Wenn von der Energiewende die Rede ist, geht es vor allem um Sonne, Wind und Wasser. Bei der Giese GmbH redet man lieber von einer anderen Möglichkeit, Ressourcen zu schonen: Indem die für die Energie­gewinnung eingesetzten Rohstoffe möglichst vollständig genutzt werden. Denn genau das leisten die Energator-Blockheizkraftwerke des Unternehmens aus Puchheim bei München.

Diese Mini-Blockheizkraftwerke funktionieren alle nach dem selben Prinzip: Ein Mehrzylinder-Industriemotor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Durch mehrere im BHKW integrierte Wärmetauscher werden Motor- und Abgaswärme zum Heizen und für die Warmwassergewinnung genutzt. Über diese Kraft-Wärme-Kopplung erreichen die BHKW einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent.

14 BHKW-Typen im Angebot

"Unser Energator-BHKW schafft durch zusätzliche Komponenten sogar einen Wirkungsgrad von 112 Prozent", sagt Geschäftsführerin Ute Giese-Scheidl nicht ohne Stolz. Der Betreiber eines BHKW hat durch den hohen Wirkungsgrad den Vorteil, dass er seinen Strom vor Ort günstig erzeugen kann. Was er nicht selbst verbraucht, speist er gewinnbringend ins öffentliche Netz ein. Zudem sind BHKWs von der Mineralöl- und Ökosteuer befreit und erhalten vielfältige Zulagen und Förderungen vom Staat (siehe Kasten). Zurzeit kostet 1 kWh Energator-BHKW-Strom ca. acht Cent.

Ute Giese-Scheidl
© Foto: Andrea Lexhaller

Die Idee trieb Detlef Giese bereits Anfang der 80er Jahre um. Es fuchste den seit 1971 mit einem Betrieb für Steuerungs- und Regelungstechnik von Heizungsanlagen selbstständigen Elektro-Ingenieur, dass der Wirkungsgrad der üblichen Kondensationskraftwerke oft nur bei 30 Prozent liegt und der Rest irgendwo als Abwärme verpufft. "Das muss auch anders gehen, vielleicht ähnlich wie bei den großen Blockheizkraftwerken", überlegte Giese und begann mit der Konstruktion seines ersten Mini-Blockheizkraftwerks (BHKW). 1986 war es dann so weit: Der Prototyp war fertig. Anfang der 90er Jahre, nachdem Giese seine Entwicklung auf Messen und Ausstellungen bekannt gemacht hatte, wurden die ersten BHKWs über den Heizungs-Fachgroßhandel verkauft. Heute hat Giese 14 verschiedene BHKW-Typen im Angebot.

Die Werkstatt platzt aus allen Nähten

Während Gieses Hauptstandbein zunächst noch die Optimierung der Steuerungs- und Regelungstechnik von Heizungsanlagen war, so ist das heute anders. "Gerade in den vergangenen vier Jahren haben wir einen enormen Geschäftszuwachs bei den BHKWs erfahren", erzählt Ute Giese-Scheidl, die 2002 die Geschäftsführung von ihrem Vater übernahm und mittlerweile 30 Mitarbeiter managt. "Wir platzen aus allen Nähten."

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