Schwaben -

Denkmalschutzmedaille

KH Memmingen-Mindelheim wird ausgezeichnet

In hohem Maße um Denkmalschutz und Denkmalpflege verdient gemacht hat sich die Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim mit Kreishandwerksmeister Ludwig Demmeler an der Spitze.

Zur Eröffnung des Tages des offenen Denkmals verlieh Dr. Thomas Goppel, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, im Alten Passauer Rathaus die Bayerische Denkmalschutzmedaille, um, wie er sagte, „nicht nur vorbildliche Formen der Instandsetzung zu würdigen, sondern auch ein wichtiges Signal für den Denkmalschutz zu setzen“. Unter den 31 Persönlichkeiten und Institutionen erhielt auch die Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim die verdiente Auszeichnung.

Was als „kleinere Umbauten“ 2002 geplant war, wurde zu einer umfassenden denkmalfachlich vorbildlichen Gesamtinstandsetzung des ehemaligen Kramerzunfthauses am Memminger Weinmarkt. Das sowohl historisch als auch wegen seines erhaltenen Baubestandes äußerst interessante Anwesen lässt sich bis ins frühe 15. Jahrhundert nachweisen und diente bis ins 19. Jahrhundert als Zunfthaus. Weitreichende Berühmtheit erlangte das Haus, als hier die aufständischen Bauernführer Schwabens die zwölf Artikel verabschiedeten, die als erste Niederschrift von Menschenrechten gelten. Als bei baulichen Veränderungen im Innern des Hauses ein reicher Bestand an spätmittelalterlichen Holzdecken zum Vorschein kam, entschied sich die Kreishandwerkerschaft zur behutsamen und denkmalgerechten Restaurierung, wobei schließlich auch der konstruktionsgeschichtlich interessante Dachstuhl instandgesetzt wurde. Heute ist die ehemalige Zunftstube mit der reich mit geschnitztem Maßwerk versehenen Decke Mittelpunkt der Geschäftsstellenräume und Demmeler präsentiert diese gerne auch Besuchern.

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