Oberfranken -

Berufsmesse in Bamberg Dem Handwerk ganz nah

Mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler besuchten die Berufsmesse des Handwerks im BTZ Bamberg.

Nein, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass 40 Handwerksbetriebe trotz vollster Auftragsbücher und extremen Termindrucks ihren Betrieb für einen ganzen Tag deutlich runterfahren und etwas ganz anderes machen. Leo Voran, Obermeister der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bamberg und Chef des Handwerks­unternehmens Heizung und Sanitär Voran aus Burgebrach, bringt es auf den Punkt: Wir müssen was tun. Und zwar am besten zusammen. Wir brauchen Nachwuchs. Dafür müssen wir ganz einfach auch mehr Zeit investieren.

In diesem Fall in die Berufsmesse des Handwerks, die die Handwerkskammer in enger Zusammenarbeit mit den Kreishandwerkerschaften Bamberg und Forchheim mit ihren beteiligten Innungen und vielen Handwerksbetrieben organisiert und durchgeführt hat.

Schüler sollen selbst Hand anlegen dürfen

Das Konzept der Berufsmessen des Handwerks unterscheidet sich ganz bewusst von den klassischen Ausbildungsmessen. Bei den Ausbildungsmessen steht der einzelne Betrieb im Vordergrund und wirbt für sich. Bei den Berufsmessen des Handwerks stehen die Berufe im Vordergrund. Und Praxis. Also das Ziel, das Handwerk den Schülerinnen und Schüler so nah und so intensiv wie möglich zu vermitteln. Durch lebende Werkstätten und durch möglichst viele Arbeitsstationen, an denen die Schülerinnen und Schüler selbst Hand anlegen können und so den jeweiligen Beruf ganz persönlich und hautnah erleben können.

Das macht natürlich Arbeit, und deswegen ist es so wichtig, dass möglichst viele Handwerksbetriebe mitmachen, so Werner Herold, Leiter des BTZ der Handwerkskammer in Bamberg. Nur so werden die Arbeitsstationen für die Schüler auch interessant. „Unsere Schulungswerkstätten sind für die Berufsmessen Handwerk natürlich besonders gut geeignet. Wir können hier in kürzester Entfernung verschiedenste Handwerksberufe zeigen und haben dafür auch die nötigen Werkstätten, Arbeitsplätze, Materialien und Werkzeuge parat.“

Drei Tage lang wurde also in Bamberg gebacken, frisiert, gelötet, gebaut, gemalert und gesägt, die Schülerinnen und Schüler konnten sich in mehr als 20 Handwerksberufen ausprobieren. Und viele der Schülerinnen und Schüler kamen am 16. Oktober abends zusammen mit ihren Eltern wieder, zum Elternabend, der in diesem Jahr mit über 300 Teilnehmern sehr gut angenommen wurde. Denn eine Berufswahlentscheidung ist Familiensache, natürlich reden die Eltern mit und begleiten ihre Schützlinge bei der Berufswahl und natürlich auch bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs.

Konkrete Informationen über das Handwerk und seine Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gab es natürlich auch, diese kamen von Werner Herold und Ausbildungsberaterin Carmen Weiß. HWK-Präsident Thomas Zimmer, Vizepräsident Matthias Graßmann und die beiden Kreishandwerksmeister Manfred Amon und Werner Oppel zeigten auch an ihrem eigenen Beispiel auf, was man im Handwerk werden kann.

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