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Steuer aktuell Das sollten Handwerker zur Stundung beim Finanzamt wissen

Stehen Steuernachzahlungen an und Handwerker wissen, dass sie das Geld bis zum Fälligkeitstermin nicht aufbringen können, sollten sie sofort das Gespräch mit dem Finanzamt suchen. Unter bestimmten Umständen stundet Ihnen das Finanzamt die Steuerschuld.

Wenn das Geld nicht reicht: Stehen Steuernachzahlungen an, welche die finanziellen Mitteln übersteigen, sollten Handwerker das Gespräch mit dem Finanzamt suchen. Denn möglicherweise stundet das Amt die Steuerschuld, bis Handwerker wieder zahlen können.

Lassen Sie den Zahlungstermin verstreichen, ohne das Gespräch mit dem Finanzamt zu suchen, drohen teure Sanktionen. Zum einen fallen für jeden begonnenen Monat, in dem die Steuer nicht bezahlt wird, ein Prozent Säumniszuschläge an. Wer dann immer noch nicht zahlt, bekommt Besuch von einem Vollstreckungsbeamten. Um diese Sanktionen zu vermeiden, sollte unbedingt versucht werden, vor Fälligkeit eine Stundung zu bekommen.

Stundung muss gut begründet sein

Damit das Finanzamt die fälligen Steuern stundet, müssen Sie dem Finanzamt offen legen, warum Sie aktuell in finanzieller Schieflage sind und dass Sie in absehbarer Zeit die Steuern begleichen wollen und können. Eine Stundung nach § 222 Abgabenordnung kommt vor allem in folgenden Fällen in Betracht:

  • Sie müssen dem Finanzamt plausibel nachweisen, dass die Zahlung für Sie eine unbillige Härte darstellt.
  • Zeigen Sie dem Finanzamt Unterlagen der Bank, dass Sie auch kein Darlehen für die Begleichung der Steuerschulden bekommen.
  • Erklären Sie ausführlich, warum Sie gerade kein Geld für Steuerzahlungen haben (Insolvenz Großkunde, Sie waren längere Zeit krank, etc.).

Tipp: Um noch überzeugender zu wirken, empfiehlt es sich, einen Steuerberater hinzuzuziehen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, wenn sowieso schon wenig Geld im Spiel ist. Die Investition in den Steuerberater lohnt sich jedoch meist in Form der Genehmigung der Stundung. Die Stundung ist übrigens keineswegs kostenlos. Das Finanzamt berechnet 0,5 Prozent Stundungszinsen pro Monat, also satte 6 Prozent Zinsen pro Jahr. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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